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BOY – We Were Here

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Ihr kennt das liebe Spiel, eben so, wie es jede/r von uns nur allzu gut kennt: Völlig aus dem gediegenen Kontext gerissen hörst Du einen altbekannten Song – und es baut sich direkt dieser ganze bittersüße Wall der Gefühlslage auf, mit welcher Du das erstmalige intensive Hören des Tracks verbindest. Du erinnerst Dich an einzigartige oder willkürliche, zauberschöne oder wunderhässliche, feucht-fröhliche oder gar tieftraurige Momente Deines Lebens; An aus der Luft gegriffene Empfindensschnipsel, welche Du so schnell gar nicht zuzuordnen vermagst. Ihr könnt nicht Two Door Cinema Club hören, ohne euch in dieses eine fantastische Gröhlkonzert zurück zu katapultieren? Ich kann nicht den Zaubermelodien Boys lauschen, ohne daran zu denken, wie ich – ja – wie ich mein erstes eigenes WG-Zimmer in einer mich strahlend willkommen heißenden neuen Heimat mit einer ungeschickten grünen Farbe strich (aus Fehlern lernt man!).

Und wie schnell das von der Hand ging: dank des leichten Gitarrenpops, der zum Aufbruch ermunterte, Schwung in die Gedanken brachte und verständig das Zepter von Leichtigkeit in die Hand nahm. Mit ihrem Debüt „Mutual Friends“ schafften Valeska Steiner und Sonja Glass ein Album, welches das Radio und die Nischenliebenden mit seiner Einfachheit zufriedenzustellen wusste. Doch standen hier alle Zeichen noch auf einem fröhlichen „volle Kraft voraus“, so ist der Nachfolger „We Were Here“ ein gediegener Blick in den Rückspiegel.

Ein Blick, der alles noch einmal aufkommen lässt; Die Fußspuren, welche die Frauen mit ihrer Musik hinterließen, bespielen sie auf dem Titeltrack mit weitaus mehr Fokus auf der hallenden Stimme, mit sphärischeren schweren Synthies und gediegeneren Melodien: „Everywhere we’ve been / we have been leaving traces / they won’t ever disappear“. Jegliche Songs entziehen sich einer aufdringlichen imposanten Erscheinung. Es scheint gar, als wollten Boy ihre talentierten Fühler gar nicht mehr nach einem süßen Hit ausstrecken, so sehr setzen sie auf bewährte Wohlfühlsphären – und sei dies mit brandneuen Streichern aus der Tube („Hit My Heart“).

Bumm, Clap, Bumm, Clap: „Let’s go outside and let’s pretend it’s New York“. In der bedingungslosen Reduktion sind wertvolle Philosophien versteckt: Neben einer umschmeichelnden Gitarre sinniert Sängerin Valeska über Genügsamkeit und Wertschätzung, zu welcher man einvernehmlich in sich hinein schunkeln möchte. Doch auch eindringliche, sich immer wieder verlierende Crescendi („Flames“) halten neben musikalischem Seelentreibgut („Into The Wild“) in das Zweitlingswerk der Musikerinnen Einzug.

Ein Zurückblicken, ein Aufatmen und ein besonnener Blick nach vorn: Die immerwährende Suche nach Antworten umtreiben Boy auf „We Were Here“ ordentlich – einem Album, welches sich nicht anstrengt, ein deftiges Hitpotential auf den Tisch zu bringen. Dennoch – oder gerade deswegen –  bleiben sie ihrem gefühlstriefenden Credo treu: sich in Dich hinein zu singen, um aus Dir heraus zu tönen.

 

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