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Battles – La Di Da Di

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Wer auf dissonante Soundstrukturen, ungerade Takte und uneingeschränkte musikalische Experimentierfreude steht, kommt am 18.September voll auf seine Kosten, denn dies ist das Veröffentlichungsdatum des dritten Albums der Math-Rocker Battles. „La Di Da Di“ gab es vorab zwar schon komplett im Stream, aber für den Fan gehört das Album natürlich allein wegen dem Lebensmittel-Stillleben auf dem Cover physisch ins Regal.

Die Band aus Brooklyn gründete sich 2003 als Quartett, nach dem Erscheinen ihres Debuts „Mirrored“ 2007 stieg der Sänger Tyondai Braxton aus, der 2011er Nachfolger „Gloss Drop“ der nun als Trio in der Besetzung Ian Williams (Gitarre, Keyboards), Dave Konopka (Gitarre, Bass) und John Stanier (Schlagzeug) agierenden Battles hatte noch auf wenigen Tracks Gastsänger, „La Di Da Di“ ist nun ein gänzlich instrumentales Werk, was im Math-Rock Business natürlich alles andere als selten ist.

Zu Beginn des Einsteigers „The Yabba“ öffnet sich knarrend die Tür zu einer Musikwelt, in welcher der Versuch, das Gehörte zu verstehen vom Start weg schwierig scheint. Auf dem Fundament der Repetition wird aus scheinbar unendlicher Wiederholung des Grundthemas des Songs, welches sich durch unvorhersehbare Taktwechsel jeglichen Gleichlauf verweigert, ein schier undurchdringbares Netz aus Loops, Verzerrung und Soundexperiment gesponnen, das am Ende doch ein Gesamtkunstwerk ergibt.

Dabei scheut Williams (der vor seiner Battles Zeit schon bei den Szenegrößen von Don Caballero aktiv war) nicht davor zurück, die Keyboards wie jene Plaste-Casio Melodien aus frühen Computerspielen klingen zu lassen. Konopkas (zuvor bereits mit Lynx im Genre unterwegs) Gitarrenspiel wechselt zwischen nervöser Unruhe in „Flora > Fauna“ und gefälligem Akkord in „Dot Com“. Alles wird durch das markante Schlagzeug von Stainier überragt und das nicht nur, weil der Ex-Helmet Drummer sein Crash-Becken in die zweite Etage seiner Schießbude gehangen hat, sondern weil sein Instrument die Stücke antreibt und ihnen gleichzeitig Halt und Rahmen gibt.

So rattern die zwölf Tracks durch eine Landschaft aus überdrehten Techno-, Funk-Versätzen und Post-Rock Drohne. Schickt sich „Cacio E Pepe“ an, eine gefällige Melodie zu entwickeln, um diese dann in dem Nichts verschwinden zu lassen, aus dem sie kam, so klingt es manchmal nach im Krautrock-Keller eingeschlossenen Technik-Nerds. Später in „Megatouch“, als hätten die Musiker das „Tanz der Zuckerfee“-Thema aus Tschaikowskis Ballett „Der Nussknacker“ adaptiert.

Wie in den Album-Glanzpunkten „Tyne Wear“ oder „Summer Simmer“ strotzt jedes Stück vor unbändiger Kraft, Raffinesse und Intelligenz und wenn „Luu Le“ vergleichsweise sanft den Reigen schließt, bleibt das Gefühl, sich in einer anderen Dimension der Musik befunden zu haben. Ein Album, welches nicht nur für Genre-Fans interessant sein dürfte und dem Grundprinzip der Platte folgend sich erst beim wiederholten Genuss voll erschließt.

 

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