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Low – Ones And Sixes – Karge Klänge

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Ok, Ehrlichkeit siegt. Klar ist mir Low in Form von irgendwo rumstehenden Platten, bei Freunden im Auto laufend oder im Kritikenteil von diversen Musikmagazinen etc. im Lauf der Zeit schon öfters begegnet. Immerhin hat das Trio um das Ehepaar Mimi Parker und Alan Sparhawk im Lauf seines 22-jährigen Bestehens ja auch schon zehn Alben veröffentlicht. Und während anscheinend jeder, der gerade ihr aktuelles, elftes Album „Ones And Sixes“ bespricht, jeden einzelnen Ton ihres kompletten Backkatalogs in und auswendig kennt, muss ich da leider passen. Außer eher kurzen, zufälligen Begegnungen mit Low’schen Klängen, kam es bei mir noch nie zu einem direkten Albumkontakt.

Aber wie schrieb schon einst der Philosoph Ernst Bloch „Wenn man wüsste, wie die Indianer damals die Eisenbahn gesehen haben, wüsste man, wie sie wirklich aussieht.“ (Endlich mal ein Zitat, das Mark Sikora noch nicht entdeckt hat. Hah!). Dann mal ran. Oder eher rein. Denn die zwölf Stücke sind mehr Klanglandschaften, als Songs. Und die lassen eher Assoziationen aufkommen zu Wanderungen durch menschenleere Einöden wie Tundren, Wüsten oder leerstehenden Shoppingmalls. Und was definitiv passt ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Denn das Album liegt stimmungsmäßig schon absolut im Bereich Herbst.

Anscheinend sehen Low das ähnlich, denn auch das mit einem schmalen entlaubten Baum auf weißem Hintergrund eher karg gestaltete Cover illustriert das recht treffend. Kargheit ist sowieso ein Begriff, den man bei „Ones And Sixes“ flächendeckend anwenden kann. Denn das Klangbild ist minimal reduziert, mit Ausweitungen in den Noise- und Elektronikbereich. Gelegentlich lösen sich die Songs dabei auch schon mal eher in Klagflächen auf. Slowcore ist das Genre-Schlagwort, das bei Low gerne seine Anwendung findet. Der Legende nach soll der Begriff mit Bezug auf die Band auch in ihrem Umfeld entstanden sein. Und dementsprechend ist Low‘s Trademark das gedehnte bis ziemlich ausgedehnte Zeitmaß.

Auf diesem Sektor haben sie anscheinend diesmal gelegentlich ein bisschen zugelegt. Zumindest „No Comprende“, „What Part Of Me“, „Kid In The Corner“ und das von einer Uralt-Rhythmusmaschine angetriebene „Congregation“, zeigen einen steten, motorischen Puls. Bei „No End“ wird es fast schon ein bisschen poppig, inklusive einer dezenten stimmungsmäßigen Aufhellung. Stücke wie „Spanish Translation“ und das fast zehnminütige „Landslide“ zeigen allerdings, dass sie es immer noch schaffen, sich zwischen zwei Noten mal eben am Kopf zu kratzen.

Um es kurz zu machen: Menschen, die schon bislang eine Affinität dazu hatten, sich in Low’s Klangwelten fallen zu lassen, werden mit „Ones And Sixes“ zuverlässig weiter bedient werden. Was mich angeht… Hm, Mimi Parker, Alan Sparhawk und Bassist Steve Garrington sind garantiert absolut sympathische, bodenständige Menschen, die es schon lange geschafft haben, ihren eigenen musikalischen Weg zu gehen und definitiv Respekt verdienen. Aber mir ist zumindest „One And Sixes“ zu spannungsarm, emotional zu zurückhaltend und in seiner Dynamik zu reduziert. Blutarm kommt mir gerade noch in den Sinn.

Na ja egal, jeder Jeck ist eben anders. Mit bleibt die Feststellung, dass Low und ich auch nach so vielen Jahren nicht zusammenkommen. Aber den Versuch war es wohl mal wert.

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