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CocoRosie – Live im Columbia Theater, Berlin

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Mit ihrem gerade erschienenen sechsten Album „Heartache City“ schauten die beiden Casady-Schwestern Bianca „Coco“ und Sierra „Rosie“ in Berlin vorbei. Exklusiv-Gigs sind so eine Sache für sich: meist sind sie recht kurzfristig organisiert, finden nicht in einem zum Act passendem Venue statt, weil die meisten schon verbucht sind, und sie sind nicht Teil einer länger andauernden Tournee. In CocoRosies Fall heißt das: anstatt in eines der schönen Berliner Theater oder der Passionskirche, geht es in das einzige 1.000 Männ- und Weiblein fassende Venue, welches frei ist, das Columbia Theater, früher der kleine Columbia Club neben der großen Columbia Halle, zuletzt nur noch C-Club (wahrlich, es wird immer alberner, wie sehr wechselnde Betreiber auf Namensrechte, -änderungen und -identifizierungen ihrer Veranstaltungsorte pochen, aber das ist nicht das einzige, was hier albern war).

Und obwohl „Heartache City“ ein sehr schönes back-to-the-roots-Album geworden ist, welches wieder mehr auf den Markenzeichen-Sound der Band setzt, jede Menge Kinder- und ungewöhnliche Antikinstrumente statt der vorherigen Beat- und Elektronica-Versuche, ist dieser eingeschobene Abend zwischen dem Ende einiger Lateinamerika-Shows, dem Release-Date des neuen Albums und den drei Exklusiv-Gigs in London, Paris und eben Berlin leider ein veritabler Reinfall.

Strapaziös spät erschienen, versteckten sich die Cassidy-Schwestern hinter einer meterdicken Schutzschicht aus Schminke und Kostümhaut. Mit aufgesetzt guter Laune wurden ihre intimen, zauberhaft anmutenden Folksongs, über Synthies und Beat-Maschinen aufgebläht, als wäre man auf einem EDM-Festival. Als freakige Clowns einem B-Movie-Horror-Film entsprungen, übten sich CocoRosie in Posen der Coolness und Souverenität, ohne breitbeinigen Rock darzubieten. Ihre dermaßen überschwängliche gute Laune, bei gleichzeitiger Distanz ihre eigene Echtheit und eventuelle Fragilität zu zeigen, wie es ihre Musik eigentlich tut, ließ sie im Grunde wie auf Koks erscheinen.

Am allerschlimmsten aber war das Pseudo-Gerappe. Wenn CocoRosie eines nicht sind, dann Rapper. Wer mit Blaumännern, Perücken, verspiegelten Sonnenbrillen und Panzerschminke große Posen am Mic ablässt, der muss einstecken können. Wie rappen die Fugees auf ihrem all time classic „The Score“? „I get mad frustrated when I rhyme/Thinkin‘ of all the kids that try to do this for all the wrong reasons“ („How Many Mics“). CocoRosie haben sich gestern Abend für den jährlichen Wack-MC-Award beworben, verliehen von der zielsicher die Raplandschaft observierenden Kölner Underground-Institution Kurt Hustle aka Retrogott und Hulk Hodn. Die Punchlines schrieben sich von selbst während die zwei Queer-, Lesbo- und Freak-Folk-Szenehelden versuchten, freshe lines zu droppen. Autsch und albern.

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