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Girls Names – Arms Around A Vision

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Raus aus der Shoegaze-Komfortzone, zurück in die unbehagliche Dunkelheit: Girls Names präsentieren mit ihrem dritten Studioalbum ein stimmiges Konglomerat aus Indie-Rock, Rave und Post-Punk. Während der Vorgänger „The New Life“ sich zum Teil eher in einer verwaschenen Sound-Ästhetik hüllte, kehrt die Band aus Nordirland nun zu ihren rauen Wurzeln zurück. Und die werden kaum gecuttet, sondern nur grob gepflügt. Das liegt mitunter daran, dass „Arms Around A Vision“ von dem Quartett im Alleingang produziert wurde.

Schon der Opener „Reticence“ ist quasi eine Absage an weichgespülte Klänge. Die besteht aus Sirenen-Gitarren, einem druckvollen Bass und dem kräftigen Gesang von Cathal Cully, der wesentlich exaltierter als noch vor zwei Jahren wirkt und „Arms Around A Vision“ dadurch eine aggressive wie auch mystische Gesamtatmosphäre verleiht. In Sachen Dramaturgie haben sich Girls Names allerdings nicht umorientiert. Ein Großteil der Songs hält erneut abrupte Tempo- und Richtungswechsel parat.

Nicht nur der besagte Opener driftet von einem bedrohlichen Post-Punk-Intro in treibenden und gelenkigen Indie-Rock über, auch die kantigen Riffs auf „Málaga“ machen auf einmal eine Kehrtwende. Der Poltergeist hat wieder seinen Weg in die Verstärker gefunden und die Ansätze von Leichtigkeit, die man noch auf „The New Life“ fand, nahezu vertrieben. Auch wenn das lockere Geschrammel auf „Take Out The Hand“ diesbezüglich eine Ausnahme macht.

Im Grunde sorgen lediglich zwei instrumentale Synthie-Pop-Skizzen für kurze Atempausen. Davor und danach deklinieren Girls Names Post-Punk in allen möglichen Facetten wie zuletzt Shiny Darkly aus Dänemark. Vernebelt und treibend, aber genauso auch pointiert mit messerscharfen Riffs.

Man weiß gar nicht, an was man sich mehr erfreuen soll. An Cully, der stimmlich erstaunlich viel Variation wagt und in kurzen Momenten so hypnotisierend wie einst Rowland S. Howard (R.I.P.) klingt. Oder am satten Sound der Band, die als Duo begann und mittlerweile auch ihren Keyboarder Philip Quinn perfekt in ihr Klangbild zu integrieren weiß.

Der brilliert vor allem beim Gruft-Rave-Pop in „Exploit Me“, das einen gelungenen Kontrast auf der düsteren und verrauschten B-Seite des Albums bietet, die mit „I Was You“ einen würdigen Abschluss findet. Langsam aber sicher verdichten sich hier ausufernde Gitarrenflächen und Spoken Word-Tendenzen, die ein wenig an den frühen Iggy Pop erinnern.

Doch auch wenn Girls Names das Präfix „Post“ verabscheuen dürften und sich hörbar Mühe geben, nicht die nächsten Joy Division-Epigonen zu werden, ist schnell klar, welche Schubladen man aus dem Referenzkasten herausziehen kann, um den stilistischen Ansatz der Band zu erfassen. Fetzen von The Jesus And Mary Chain, Echo & the Bunnymen, Warsaw und auch Interpol hat man bei den Stücken unvermittelt im Hinterkopf.

Das Rad hat die Band nicht neu erfunden, dafür aber zu einem ordentlichen Teil sich selbst. Und das muss auch erst einmal reichen. So spannend und euphorisch hat man den von den 80ern geprägten Post-Punk lange nicht mehr erlebt.

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