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Here We Go Magic – Be Small – Unterwegs auf Eno-Pfaden

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Bye, Bye Folk-Pop. Here We Go Magic verabschieden sich langsam, aber sicher von ihrem Akustik-Schwerpunkt. Das Urige hat die Band um Luke Temple in ihren Songs endgültig abgestreift. Ihr viertes Studioalbum „Be Small“ wirkt gelöster, distanzierter und vor allem verspielter. Doch letzten Endes war es ohnehin nur eine Frage der Zeit, wann die New Yorker Band mit ihrer Vorliebe für verkopfte Melodiebögen die limitierten Möglichkeiten von Folk-Akkorden transzendiert, um einen anderen Klangkosmos zu erforschen.

Nicht, dass der Vorgänger „A Different Ship“ ein Paradebeispiel für Folk-Authentizität gewesen wäre. Schließlich hat die Person, die an den Reglern saß, schon für die halbe Miete in Sachen Innovation gesorgt: Nigel Godrich, der quasi sechste Mann von Radiohead, produzierte das 2012 erschienene Album, auf dem Temple noch wesentlich leidender und gebrochener klang.

Im Grunde ist „Be Small“ vom Format her das Album, das man unter der Regie von Godrich eher erwartet hätte. Die der Live-Produktion geschuldete Unmittelbarkeit des Vorgängers ist hier nämlich einer verschwommenen Ästhetik gewichen, die sich eher im Dream-Pop und Ambient verorten lässt. Und an den Soft-Indie-Rock-Stil der Wild Beasts erinnert.

Die Band selbst gibt das von Ambient-Mastermind Brian Eno und John Cale veröffentlichte Album „Wrong Way“ als maßgebliche Inspiration an, das 1990 repetitive Gitarren mit eleganten Streicherbögen verband – und endlos hätte weiterlaufen können. Dieser Anflug von Leichtigkeit findet sich nun auch bei Here We Go Magic wieder, die einen mehrschichtigen Teppich aus unmerklich gedehnten Synthies und vorsichtigem Indie-Pop gestrickt haben.

Vor allem in den Backing Vocals und der mäandernden Melodie in „Falling“ spürt man eine smarte Brian Eno-Signatur. Die Folk-Ansätze sind zwar nicht vollständig verschwunden, bewegen sich aber so dezent im Hintergrund, dass die Band endlich einmal diesen verträumten Groove entfalten kann, der schon immer in ihren Arrangements schlummerte.

Temple, der auf „Tokyo, London, US, Korea“ tiefenentspannt wie José González wirkt, hat den Laissez faire-Lifestyle für sich entdeckt. Doch der mutet bei ihm eher leicht apathisch an: „Do you suffer motion sickness, just getting out of bed sometimes, well, I believe you man“, heißt es im abschweifenden Abschluss „Dancing World“, dem Gegenstück zum damaligen Glaubensbekenntnis „I believe in action“.

Eskapismus hat schon immer gut geklungen. Temples Falsett-Stimme artikuliert aber keine Reinform von Passivität. Immer wieder wird die behagliche Bequemlichkeit vom reflektiertem Songwriting heimgesucht: „Half the time I´m lying, pushing, pulling, trying, making good excuses for my laziness, bad habits on the shelf seem“. Easy Listening-Pop mit subtilem Störfaktor. Vor allem produktionstechnisch präsentiert sich Here We Go Magic detailverliebt und baut sowohl Orgel- als auch Cello-Sequenzen ein.

Ein Wunder, dass diese Band aus dem US-Epizentrum des Indie-Rocks kommt, das zum Teil immer noch vom Gitarren-Sound der Strokes und Interpol dominiert wird. Here We Go Magic fallen da eindeutig aus dem Rahmen und machen bei der Competition um den kräftigsten Sound nicht mit. Doch gerade in ihrer Verhaltenheit wirken ihre Songs unfassbar präsent. Und was bedeutet eigentlich noch New York City? Temple hat darauf die passende Antwort: „Here in the new york city, same as anywhere“.

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