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Seinabo Sey – Pretend – Die dunkle Seite des Soul-Pop

RubrikAlben
Künstler*inSeinabo Sey
GenresNeo-Soul · R&B · Soul-Pop

Seinabo Sey, Tochter einer Schwedin und eines Gambiers, wollte eigentlich immer Anwältin werden. Im Schatten ihres Vaters, einem erfolgreichen Sänger, wollte Seinabo stets dagegenhalten. Irgendwann setzten sich die Gene dann aber doch durch. Sie entdeckte ihre Stimme, sowie die jahrelang unbewusst unterdrückte Leidenschaft für Soulmusik. Nun lässt sie endlich alles raus, schließt mit der Vergangenheit ab und macht sich bereit für neue Wege.

Diese führen die Sängerin in Welten, in denen sich große Genre-Damen wie Lana Del Rey und Adele um das Zepter streiten und Erinnerungen an noch größere Vorreiterinnen wie Nina Simone und Amy Winehouse wie wattige Wolken über den Landschaften schweben. Nicht gerade ein einfaches Terrain für eine Neueinsteigerin. Doch Seinabo präsentiert sich auf ihrem Debütalbum „Pretend“ alles andere als eingeschüchtert und handzahm. Selbstbewusst prescht sie nach vorne, schreitet durch die Dunkelheit und hinterlässt dabei erstaunlich große Spuren.

Mit Albumeckpfeilern wie dem impulsiven Titeltrack, dem divenhaften „Ruin“ und dem auf Pianowellen schwimmenden Stillleben-Juwel „Still“ macht die Sängerin bereits vieles richtig. Stimmlich gibt es eh nichts zu mäkeln. Ausdrucksstark und mit der nötigen Markanz gesegnet, schüttelt Seinabo Sey beinahe spielend leicht diverse Gesangshighlights aus den Ärmeln.

Kommt in naher Zukunft auch noch eine weitere Prise songwriterische Finesse hinzu, steht einer erfolgreichen Laufbahn in der hartumkämpften Soulbranche nichts mehr im Wege. Es sei denn, Madame entscheidet sich irgendwann doch noch einmal um und eröffnet eine eigene Anwaltskanzlei. Aber wir wollen den Teufel mal nicht an die Wand malen. Der Soul-Pop-Community würde dann nämlich ein echter Rohdiamant durch die Lappen gehen. Ergo: Keept it up, Seinabo!

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