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Cosby – Loved For Who I Am

Die Artworks sind Programm: Während auf den ersten beiden Albencovern von Cosby noch die Seitenansicht wilder Tiere auf die Hörer*innen wartete, steht mit “Loved For Who I Am” nun erstmals die gesamte Band im Fokus. Und das auch in der Musik.

Inhaltlich geht es bei der vierten Platte des Münchener Quartetts tief unter die Haut und wagt dabei trotzdem – wie bereits von den vorigen Veröffentlichungen bekannt – den Griff in die Kiste der großen Gesten.

Direkt zu Beginn läutet der Titeltrack “Loved For Who I Am” dabei den Sound der Platte ein: Power-Pop der 00er Jahre schallt hier an der Grenze zwischen Kitsch und Imposanz durch die Lautsprecher. In diesem Fadenkreuz bewegt sich auch die restliche Platte, der Sound bleibt jedoch eher behutsam als aufputschend.

In puncto Klang können Cosby dabei mal wieder überzeugen. Gerade, wenn die Backing Vocals Songs in die großen Breiten tragen (“High”) oder die Platte gen Olivia Rodrigos “Sour” schielt (“Just A Memory”), funktioniert die Platte auch vor größerem Publikum.

Die Texte kommen bei all der Introspektive jedoch nur selten über generisches Emotionsschaulaufen und Self Empowerment Slogans hinaus. Als Nicht-Muttersprachler*innen die altbekannte Achillessehne.

Dafür holt das kratzig-warme Timbre von Marie Kobylka aber auch wieder jedes durch die Lyrics abgefallene Gramm Emotion wieder ein. Man glaubt dieser Band, dass sie die Geschichten über Eltern-Beziehungen (“Sorry, Mum”), Freundschaft (“Friend”) oder Befreiungsschläge (“The Love That You Keep”) wirklich fühlt.

Und genau in diese Gefühle wirft sich die Band vor großen Soundflächen rein, die die Grenze zwischen Adele-Pop und Indie-Festival verwischen lassen. Das ist an vielen Stellen beeindruckend, an anderen wiederum ziemlich herzallerliebst.

Wer sich also nicht vor den großen Gefühlen schämt und seinen Pop mit einer ordentlichen Prise Kitsch präferiert, findet mit “Loved For Who I Am” einen beschwingten Begleiter für abendliche Spaziergänge im Frühsommer. Perfektes Timing für diese Platte – startet am besten mit dem luftigen “One Of Those Days” in die warme Jahreszeit.

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