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Lanterns On The Lake – Beings

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Zwei Jahre nach ihrem hochgelobten Album „Until the Colors Run“ melden sich Lanterns On The Lake mit „Beings“ zurück. Ohne Übertreibung darf man behaupten, dass das Quartett aus Newcastle-upon-Tyne mit seinem dritten Longplayer einen großen Schritt nach vorne macht: Die zehn Songs öffnen sich neuen Stilrichtungen, weiten den charakteristisch atmosphärischen Avantgarde-Folkrock aus und ergeben das bislang direkteste und womöglich beste Album der Band.

Die Arbeit an „Beings“ dauerte gut anderthalb Jahre, die vier MusikerInnen begannen mit ersten Aufnahmen, als sie gerade von ihren sehr erfolgreichen Tourneen durch Europa und Nordamerika zurückgekehrt waren. Das extensive Live-Spielen hat ganz offensichtlich zu größerem Selbstbewusstsein geführt, und gleichzeitig den Drang zum Ausprobieren verstärkt. Die Songideen kamen ganz automatisch, ohne großen Aufwand, es gab keinen „Masterplan“, wie das Album klingen sollte – und auch keinen Fertigstellungsdruck.

Ganz entspannt werkelten Hazel Wilde, Paul Gregory, Ol Ketteringham und Bob Allan in ihrem Übungsraum in Newcastle, weit entfernt vom Trubel der Metropolen und Clubszenen. Die selbstgewählte Abgeschiedenheit wirkte sich auf den Entstehungsprozess positiv aus, die Band nahm sich viel Zeit, um die Demos zu überarbeiten, Songs reifen zu lassen oder ursprüngliche Arrangements komplett umzuwerfen.

So schwelgen der Titeltrack, das treibende „Through The Cellar Door“ und „Stuck For An Outline“ in üppiger Streicher-Orchestrierung, mit Piano-Zwischenspielen und rockigen Gitarrenparts. Die walzertaumelnde Ballade „Send Me Home“ könnte der Rausschmeißer in einer Bar nach einer langen Nacht sein – und ist eins der typischsten Lantern On The Lake-Stücke vom neuen Album.

„Stepping Down“ dagegen steht für die neue, elektronisch-experimentelle Seite der Band: Loops, Samples und ungewöhnlich gebrochene Drumpatterns bestimmen diesen Track, den man nicht unbedingt erwartet hätte. Sängerin Hazel Wilde gab unlängst in einem Interview zu Protokoll, dass sich Lanterns On The Lake einen raueren, ungeschönten Klang wünschten – in Kombination mit einer größeren Bandbreite an Emotionen, changierend zwischen tiefster Dunkelheit und dem hellsten Strahlen. Das gelingt der Band in beeindruckendem Maße: Alle Ingredienzien, die den Lanterns-Sound ausmachen, wurden einer Auffrischung, Energetisierung unterzogen, wirken insgesamt dynamischer und kreativer.

Und die Melodien? Sind so majestätisch-schön wie eh und je.

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