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Saul Williams – Martyr Loser King

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Saul Williams ist wieder da. Kompromisslos still ist es um ihn geworden seit seinem letzten Album „Volcanic Sunlight“ vor fünf Jahren und seiner Hauptrolle in dem französisch-senegalesischen Film „Today“ ein Jahr später.

Die Institution des Alternative Hip-Hop, der politischste Poetry Slamer der USA ist selbstredend kein Deut weniger gesellschaftskritisch und genreangepasster geworden, mit seinen inzwischen über vierzig Jahren. „Ohrring, Bling-Bling, Platinkette – jede Wette dein Manager massiert dir deine Rosette“, dieser Punchline-Hieb auf das Gros der mit Hip-Hop Geld verdienenden sogenannten Künstler stammt zwar von Kurt Hustle und Hulk Hodn, fasst aber die Haltung des wahrscheinlich kritischsten Geist im U.S. Hip-Hop vorzüglich zusammen.

Saul und seine eher Spoken Word- als echte Rap-Gewitter sind vielleicht nicht mehr ganz so aggressiv, schneidend und sägend wie vor über einer Dekade, zu Beginn seiner Musiker-Karriere. „Martyr Loser King“ steht indes den anderen vier Saul Williams-Alben in puncto thematischer Wucht in nichts nach.

Zumal Williams sich noch mit jedem Album klangtechnisch stark vom vorherigen unterschied. „Volcanic Sunlight“ war ja die große Überraschung, in der man Saul, den Experten für schwere Themen, plötzlich Dance Pop mit ordentlich Funk und Disco machen hörte. Und das, obwohl man sich gerade daran gewöhnt hatte, ihn als Industrial Hip-Hop zu labeln (was immer das genau sein soll), da er davor, auf „The Inevitable Rise And Liberation Of NiggyTardust!“ (2007), mit Trent Raznor aka Nine Inch Nails auf Albumlänge kollaborierte.

„Martyr Loser King“ ist ein Konzeptalbum geworden. Sperrig, aber tiefgründig, wachsend mit eingehender Beschäftigung. Aus Sicht eines fiktiven Burundischen Kumpels, also Bergmanns, der zum Hacker und digitalem Revolutionsführer wird, geht Williams die ganze Palette heutiger globalisierter Missstände durch.

Vielleicht fehlen die knackigen, demotauglichen Hymnen, wie damals mit „Grippo“, „List Of Demands“ oder „Black Stacey“, aber auf volle Länge betrachtet ist auch „Martyr Loser King“ ein dringliches, notwendiges Spoken Word-/Hip-Hop-Zeugnis, mit notwendigem Software-Update: Fünf Millionen Facebook-Follower machen den Künstler froh, und geben Saul seine Nahrung für die nächste schonungslose Anklage.

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