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Animal Collective – Painting With

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Dave Portner/Avey Tare, Noah Lennox/Panda Bear, Brian „Geologist“ Weitz und Josh „Deakin‘“ Dibb wirbeln mit derartiger Verve und Spielfreude in den Februar hinein, dass es die reinste postkarnevalistische Freude ist.

Das Kollektiv aus New York klingt auf seinem elften Album stellenweise wie freakige Beach Boys – oder wie Steinzeitmenschen, deren Steinkreise Animal Collective neben anderem wie den Ramones und den frühen Beatles als essenzielle Einflüsse für „Painting With“ nennen. Ganz besonders wichtig ist dem Quartett allerdings die Bildende Kunst wie Dada, Kubismus und Malerei generell. Keine neue Erkenntnis für die Band: Als Animal Collective vor knapp zehn Jahren „Strawberry Jam“ aufnahmen, wollten sie sich in The Painters umbenennen, was sie dann zwar sein ließen, aber die universalkünstlerische Idee blieb. Animal Collective sind mit ihren verschobenen, -zigfach übereinanderschichtenden Trackstrukturen dem Kubismus eben viel näher als handelsüblichem Pop oder Rock’n’Roll.

Bei „Painting With“ kommt ein neuer Ansatz hinzu: Vereinfachung, Minimalismus, Drei-Minuten-Songs. Zumindest als Vorsatz, denn Animal Collective sind hochbegabte, verspielte Individuen, die sich von strengen Richtlinien nicht geißeln lassen wollen. Zu viele Ideen kreisen in den Köpfen von Avey Tare, Panda Bear, Deakin und Geologist, als dass man sie Strukturen unterwerfen könnte.

Tatsächlich sind die Songs formal kürzer als sonst, aber kaum weniger „bunt“. Dabei polyrhythmisch, mit Anleihen bei afrikanischen und asiatischen Musiken, paradox und harmonisch zugleich. Nostalgische Sixties-Harmonien und Prog-Elemente treffen auf bretternden Rave bei „Burglars“, Avey Tares und Panda Bears Vocals umschwirren sich im irrsten und schönsten Dialog.

Animal Collective streuen Zitate aus TV-Serien wie den legendären „Golden Girls“ ein („No Blanche, she’s upset because they keep changing the taste of Coke“) – und erstmals: Bläser. Und zwar als Herausforderung, denn eigentlich können Animal Collective Saxophone und Ähnliches nicht wirklich gut leiden. Aber nur durch Konfrontation überwindet man den Angstgegner, und schon klingt es so, als gehörten Blasinstrumente ganz selbstverständlich in die verrückte Welt von Animal Collective.

Auch eher neu: Texte mit deutlich gesellschaftspolitischem Anstrich wie in „Golden Gal“. Und es gelingt ihnen ein echter Hit, ein Ohrwurm par excellence sogar: zum überschäumenden, von innen nach außen gedrehten Westcoast-Sound der Single „FloriDada“ will man tanzen und durchdrehen.

Ein wirklich erstaunliches, frisches, wagemutiges Album nach mehr als fünfzehn Jahren Bandgeschichte.

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