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Lilly Wood And The Prick – Shadows

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Lilly Wood & The Prick ritten immer fein auf der schäumenden Trendwelle gediegener Folkausprägungen: Von handgemachter Beschaulichkeit bis zur elektronisch-verstärkten Melancholie reichend, hatten zauberhafte Songs ihre völlige Berechtigung auf den Folk-Pop-Pressungen. Doch den mürrischen Verfechtern ihrer Debüt-Musikalien mag der neueste Franzosen-Streich etwas sauer aufstoßen – Verkaufsprofis könnten ihm mit dem Etikett der vielversprechenden Aufschrift „facettenreiche Folk-Elektro-Pop-Weiterentwicklung“ schmeicheln.

So kurz die schnuckelige Band auf dem Blatt existiert, so romangleich lässt sich ihr traumhaftes Erfolgsmärchen erzählen: Das Märchen der charmanten Sängerin Nili Hadida und des kantigen Gitarristen Benjamin Cotto. Doch kurzum: Es fing alles mit dem Handbespielten an, wandelte sich auf dem Nachfolger zum Sonnenkaliforischen und fand daraufhin seine Bestimmung in einem Robin Schulz-Remix, der die Sounds des Duos elektronisch peitschend in die Mainstreamwelt trieb.

Und eben hier setzen wir mit „Shadows“ an: Der „Prayer In C“-Kassenschlager hinterlässt seine nachwirkenden Spuren. Viele Remix-Köpfe klopften enthusiastisch an Nilis und Benjamins Pforten der heiligen Musikhallen und eine Konstante ward geboren: Elektronische Elemente halten verstärkt Einzug in das liebliche Schaffen Lilly Woods & The Pricks.

Zunehmend unterfütternd und sich immer mehr an die glattere Oberfläche drängend, stoßen die Beats in den weichen Kern von „Shadows“ vor. Hört man auf den Vorgängern noch die Gitarre im Raum kratzen und die Snare schnarren, oder findet sich auf der Tanzfläche kleinerer Disko-Ausflüge wieder, wandelt sich das Notenblatt nun zaghaft.

Oftmals habe das Duo keinen Strom während des Aufnahmeprozesses gehabt, heißt es in reizenden Pressetexten. Es scheint, als sei für das vielfach verwendete Sampling Pad ergo ein Notstrom-Aggregat installiert worden. Denn: Bassiger, grooviger, synthiger, wabernder und satter; So stolziert der Opener „Box Of Noise“ daher.

Und spätestens mit „Toi“ wird klar: der clubtaugliche rote Faden, er zieht sich durch alle Tracks des gut bestückten Werkes. Auf einem ordentlich gepolsterten, federnden Beat-Bett schlummern kleinere Frickeleien und räkeln sich dahin gesüßelte Beziehungsproblemchen von Sängerin Nili.

Mit ganz viel Entschleunigungsbeats und ganz wenig Beziehungserfolg geht es sogleich weiter. Denn Nili spart nicht an emotional aufgeladenen Seelenoffenbarungen. Selbstzweifel stehen neben einem verzweifelten Selbstbewusstsein. Erst mit „Collapse“ halten freudigere Funk-Einschübe in das sonst so trübe Elektropop-Gewässer Einzug.

Doch solche Momente währen nicht lang: Mit erhobenen Fäusten droht Nili ihrem Verflossenen und prangert sein Verhalten in einer unerwiderten Liebessituation an („You Beast“) – nur, um sich im Abschlusstrack „I Hate You“ mit wahren Vorwurfsgewittern, einem ordentlich gelayerten Eigenchor und ganz viel Effekthaschereien wieder zu entschuldigen.

Mit triefender Melancholie ölen Lilly Wood & The Prick entsprechend ihre rhythmuslastigen Schaniere. Damit schimmern viel Frust, wenig Befriedigung und eine als ordentlich anmutende musikalische Umsetzung aus 15 Tracks hervor.

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