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Marlon Williams (Credit Martin Martini)

Marlon Williams – Marlon Williams

Was Marlon Williams, ein Twentysomething aus Neuseeland, da auf seinem Debütalbum macht, ist eigentlich aller Ehren wert. Gewissenhaft zupft und croont sich dieser junge Mann von der anderen Seite dieses Planetens durch Genres der Gestrigkeiten.

Bis hierhin mit Erfolg: Williams, der Maori-Wurzeln hat, ist in seiner Heimat ein heißen Eisen. Best Male Solo Artist und Breakthrough Artist of the Year ist er in der letzten Jahren bei den New Zealand Music Awards geworden. Also ein weiterer musikalischer Exportschlager aus dem Land der Kiwis nach den dubbenden Fat Freddy’s Drop und den dreckigen The Datsuns? Könnte außerhalb des kleinen Inselstaates schwierig werden.

Dem Vintage verpflichtet, spielt hier Alt-Country, Americana, Bluegrass und Folk-Country auf, als hätten wir 1958. Damit wird er naturgemäß keine Blumentöpfe des Internet-Hypes gewinnen. Aber der globalisierte Ist-Zustand des Welten umarmenden Pop wird auch für Marlon Williams ein Plätzchen finden.

Folk-Country-Freunde der alten, ursprünglichen Schule werden den stimmlich talentierten Crooner schon in ihr Herz schließen. Nur: Den Weizen sanft biegende Americana-Winde in den balladesken Momenten, die orchestral arrangierten Bluegrass-Ausflüge mit Gefühlspomp sowie nett schunkelnde Riffs in aufdrehenden Country-Rock-Passagen machen die ganze Unternehmung furchtbar unausgegoren. Williams stimmliche Präsenz ist dabei noch das Ertragreichste auf seinem Debüt.

Ein bisschen scheint es, als sei er der alten Schriftstellerfalle anheimgefallen: Der hoffentlich seinen Frieden gefunden habende David Foster Wallace versah einst Debütromane mit dem netten Credo „big shits“, weil man als junger, sich Etablieren wollender Autor unterbewusst alles versuche, darin hinzupressen, was man könne.

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