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Tricky – Live im Gretchen, Berlin

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Das ist und bleibt schon ein ziemlich cooler Move: Während der Zugabe Leute auf die Bühne ziehen lassen, bis sie voll ist, und zusammen den überschwänglichsten Moment des Abends zelebrieren.

Adrian Thaws gestrige Berlin-Show kann also getrost unter maximale Warmherzigkeit des sonst so spröden Trip-Hop-Pioniers verbucht werden. Da hat er schon ganz andere Mätzchen gebracht, man denke an die Zeiten, wo durch die Musikmagazine raunte, der Herr Thaws spiele nur mit dem Rücken zum Publikum.

Auf einen besser gelaunten Tricky, wenn es auf der Bühne so etwas überhaupt geben kann, durfte man aber durchaus spekulieren. Schließlich wohnt Adrian Thaws seit letztem Jahr in der Spreestadt. Heimspiel also. Den Rücken bot er zwar immer noch das ein oder andere Mal feil, jedoch nur um die Aufmerksamkeit von sich zu lenken, in jenen Momenten, in denen sein Gitarrist oder sein erstaunlich schön singender Schlagzeuger die Vocals übernahmen.

Das wäre auch schon der Rahmen von Trickys „Skilled Mechanics“-Show anno 2016. Mit Gitarrist, Schlagzeuger und jeder Menge Beats aus dem Laptop wuchtete Thaws einen recht kurz gehaltenen Auftritt hin, der die Menge trotzdem begeisterte. Er raucht immer noch wie ein Schlot, zumindest auf der Bühne, er singt, flüstert, rappt immer noch gerne in zwei Mikros gleichzeitig (eine Angewohnheit, die Tontechnikern die Stirn krausziehen lässt), er nuschelt immer noch kurz gehaltene Kommentare zwischen den Songs unter’s Volk.

Als die Würze von Trickys kernigem Trip Hop/Alternative Rock/Ragga-Verschnitt empfinden nicht wenige noch immer den beständigen und zahlreichen weiblichen Gastgesang auf seinen Alben – weil der so schön mit seinem tiefen Timbre kontrastiert. Weibliche Stimmen kamen gestern aber allein aus dem Laptop und vor allem das machte die Sounddarbietung doch ein wenig steril. Die Shows, bei denen sich Tricky eine Sängerin auf der Bühne leistet, sind doch die eindringlicheren.

Doch wie die Bristoler Ikone sich in seinen ganz persönlichen Film, seinen Groove tanzt auf der Bühne, einen fetten Ragga-Song zu Konzert- und Zugabenbeginn abspielen lässt und dazu stoisch abgeht, ist schon hübsch anzuschauen und manifestiert: Tricky lebt seinen seltsam düsteren und gleichsam belebenden Sound. Der setzt sich nicht hinterher auf das Backstage-Sofa und wird jemand anderes. Der ist so.

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