Zwei Jahre nach dem tragischen Tod seiner Ehefrau Peaches Geldorf meldet sich Thomas Cohen mit einem neuen Album zurück. “Bloom Forever” steht auf dem Cover, und man wünscht sich für den sympathischen Briten nichts mehr als den ultimativen musikalischen Befreiungsschlag.

Doch so richtig zünden will das erste Solo-Werk des ehemaligen S.C.U.M-Aushängeschildes irgendwie nicht. Die Narbe der Trauer ist wohl noch zu frisch.

“Bloom Forever” ist sicherlich kein Reinfall geworden. Poppige Singer/Songwriter-Vibes treffen auf countryeske Zwischentöne: An der Mische haben sich sicherlich schon ganz andere Kaliber verschluckt. Aber mit grenzenlosem Pathos und einer durchweg weichgespülten Produktion im Gepäck kommt man auch nur über Umwege ins Ziel – wenn überhaupt.

Cohens therapeutischer Blick in den Spiegel fördert nur wenig Heilendes zu Tage. Der schwerfällige, in Hall gebettete Titeltrack markiert einen der wenigen Eckpfeiler eines Albums, der vor Melancholie und Tristesse nur so trieft.

Auch das ebenfalls in Watte gepackte “Honeymoon” grenzt sich mit akzentuierten Bläsern und eingängigen Gesangslinien etwas ab. Der Rest hingegen hinkt hinterher. Und zwar im Schlafwagen-Modus.

Irgendwann kann man dann nicht mehr. Wer will schon auf Dauer narkotisiert sein? Aber da ist natürlich auch ganz viel Verständnis. Tom Cohen hat schließlich eine schwere Zeit hinter sich.

Man will ihn einfach nur tröstend in die Arme nehmen und ihm ins Ohr flüstern, dass er sich noch etwas mehr Zeit nehmen soll. Das wäre wohl für alle Beteiligten am besten. Aber ob er das hören will? Eher unwahrscheinlich.

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