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Bat For Lashes – The Bride – Popkultureller Schamanismus

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Multiinstrumentalistin und Songschreibetalent Natasha Khan veröffentlich unter ihrem Alias Bat For Lashes ihr viertes Studioalbum mit solch tragischem Überbau, dass die Songs darunter ächzen – nur auf die subtilste und schönste Weise natürlich.

„The Bride“ ist als Soundtrack zu verstehen, als Score zu einem Film, den Khan eines Tages zu produzieren gedenkt. In der Hauptrolle: Sie als Braut, deren Bräutigam auf dem Weg zur Hochzeit stirbt. Ein Konzept der ganz schweren, melodramatischen Sorte also.

Die Novelle, die als Drehbuch dienen soll, liegt dem Album in der Deluxe-Version bereits bei. In noch umfangreicheren Auflagen werden gar imaginäre Briefe zwischen dem Paar, ein Zeitungsausschnitt vom Unfalltod des Bräutigams sowie ein Duftbäumchen aus jenem Auto beigelegt.

Wer sich bereitwillig in so viel Schmerz hinein denkt wie Natasha Khan, den umgibt entweder eine reingewaschene, spannungsarme Realität, oder aber er schreibt solch bedeutungsschwangere Kunstwerke, dass nur das ganz große Drama dafür würdig scheint.

Für Bat For Lashes trifft wohl eher letzteres zu. „The Bride“ sind zwölf filigran minimalistische Songs von großer Statur. Von Popkonstruktionen hat sie sich mit dieser Platte weiter entfernt als je zuvor. Entrückter, entschleunigter, verwunschener, und dabei dennoch zugänglich und äußerst abwechslungsreich.

„Honeymoonig Alone“ hat die Sorte disharmonisches Hintergrundsummen, das Björk oft zum Fundament ihrer Songs mauert. Das benebelte Hauchen, das Khan mit paradoxer Klarheit in ihrer Stimme formuliert, steht der Federführung einer Beth Gibbons in nichts nach.

„If I Knew“ knüpft dort an, wo das Vorgängeralbum „The Haunted Man“ mit „ Laura“ aufhörte und unterstreicht mit Nachdruck ihre stimmlich vielseitigen Ausnahmequalitäten, die auf „The Bride“ auch vor Sprechgesang keinen Halt kennen. So ist „Widow’s Peak“ popkultureller Schamanismus pur und verdeutlich einmal mehr Khans Hang zur Spiritualität.

Vielleicht beschreibt sie selbst ihr Album deshalb auch weniger als Charakterstudie, denn als klassischen Roadtrip durch das Herzen. Dieser nimmt am Ende sogar einen halbversöhnlichen Ausgang: „One of these nights, one of these days / I will love again“.

Das wirkt dann an den Ecken auch mal überspitzt, kippt aber trotzdem nie aus der Spur. „The Bride“ ist ein Gesamtkunstwerk erster Güte. Wir warten gespannt auf den Film.

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