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James Vincent McMorrow – We Move

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Mit Folk hat Vincent McMorrow im Grunde schon seit einem halben Jahrzehnt nichts mehr zu tun. Seit seinem 2010 erschienenem Akustik-Debüt hat es den Iren stets in elektronische Gefilde getrieben. Mit dem filigranen Electronica auf „Post Tropical“ klang der Songwriter contemporary wie nie zuvor. Das Folk-Korsett wurde er los, den Sticker „klingt wie Bon Iver“ aber nicht. Im Gegenteil: Der hat sich festgeklebt, wie jetzt „We Move“ beweist.

Die Gitarre wird allenfalls minutiös sowie dezent eingesetzt und wird nur in „Get Low“ als Bett eingesetzt,  das Solo einer verzerrten E-Gitarre nicht mitgezählt. Mister McMorrow setzt hingegen lieber auf softe Riffs, ausgestöpselte Funkgitarren, die von Claps aus der Drum-Machine unterfüttert werden.

Die Achtziger lassen grüßen, das Referenzsystem scheint wie prädestiniert. Unvermittelt denkt man an den Protagonisten der modernen Singersongwriter-Szene, Chet Faker, wenngleich für McMorrow das Songformat klarer Bezugspunkt bleibt. Oder an Jarryd James, der Folk-Überrreste mit R´n´B kreuzt, den man bei McMorrow auf „Last Story“ deutlich raushört. Auch der Vergleich mit Justin Vernon drängt sich auf, der seine Stimme ebenfalls selbst loopt und diese als Chorinstrument selbst in den Hintergrund einbettet.

Warme Analog-Synthesizer sorgen hier für einen tiefenentspannten Vorlauf, bis sich ein besonders impulsives Falsett von McMorrow im Refrain seinen Weg bannt. Einer der wenigen Momente, in denen die Komfortzone verlassen wird.

Auch im trappigen „Evil“ kredenzt McMorrow Synthieflächen, bei denen man nicht genau weiß, ob es sich nicht auch um Autotune-Versionen seiner Stimme handeln könnte. Mit seiner unleugbaren Hool-Affinität und seinem Gespür für elektronische Detailarbeit dürfte McMorrow der heimliche Feature-Traum von Disclosure sein.

Im Schlusstrack „Angles“ wiederholt McMorrow getragen die Zeile „Don´t let fear control you“ zu reduziertem Klaviersolo. Die Angst vor Pop kann es nicht sein, auch wenn „Me Move“ mit seinem Reduktionismus seine Grenze kennt. Das macht das Album zu so viel mehr als einer reinen Wartezeit-Überbrückung für das neue Bon Iver-Album.

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