Mit zwei monatiger Verspätung jetzt auch hier zu haben: Der wundervolle Punk-meets-Power-Pop-Kraftprotz „Adult Teen“ in feinster Do-It-Yourself-Manier von Lisa Prank.

Eine junge Dame namens Robin Edwards verbirgt sich hinter diesem Künstlernamen. In Seattle ist sie wohnhaft und mehr als das und ihr hier unter ferner liefen gehandeltes Debüt „Crush On The World“ ist noch nicht durch den Medienäther bis hierhin durchgedrungen.

Dafür aber ihr derbe tiefensympathischer Sound. In bester Ramones-Tradition powern sich aufgeladene Melodien der Simplizität gekonnt und lässig ins Ohr. Die kurzen Songs, das Album ist nur 27 Minuten lang, sind immer on point, thematisieren nicht unsüffisant die Unzulänglichkeiten junger Liebe trocken und sind ohne künstlichen Intellekt.

“It’s a simple thing” und Robin Edwards haut ihre kleinen Stakkato-Weisheiten im genau richtigen Maß aus Laisser-faire, Understatement und Punk-Attitüde ins Mikrofon. Dazu poltert ein Drum-Computer und motzt eine Riff-Gitarre und verirrt sich ab und an gniedelnd eine Lead-Gitarre in die sommerlichen Hooklines.

„You say you’re not still drinking / You just started again“ und später „I swear I don’t still miss you / I just started again“. Als Lisa Prank gibt Edwards doofen Gedanken wegen, von und über Liebe schönen Raum. „I don’t wanna talk tonight / I just wanna dance“ hat wohl jeder schon einmal gedacht.

„Nothing seems to be on your mind / So baby, let me write your lines“. Sommerlich poppiger Punk klang lange nicht mehr so souverän. Und das alles kommt aus einem Seattler Zimmer, braucht kein Hochglanzstudio und erst recht keine Produzentenschar. Indie kann so viel, man muss nur mal hinhören.

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