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Prophets Of Rage (Credit Caroline)

Prophets Of Rage – The Party’s Over

Der unsäglich perversen Ausgeburt US-amerikanischer Kapitalismuskultur Einhalt zu gebieten, also zurzeit Donald Fuck-You-Very-Much Trumps Präsidentschaftskandidatur, ist ein ehrenwertes Ziel, für alle Menschen, die noch ein Fünkchen Humanität und Solidarität in ihren Adern fließen haben.

Wenn man also schlagkräftigen Supergroup-Alarm verkünden darf, weil sich Rage Against The Machine minus Frontmann Zack de la Rocha aber plus Cypress Hills B-Real und Public Enemys Chuck D zusammengetan haben, dann darf jeder, der in den Neunzigern auch nur kurzweilig mal sehr wütend war auf diverse Ungerechtigkeiten dieser Welt, mit Fug und Recht gespannt wie ein Flitzebogen sein, ob der Ankündigung Prophets Of Rage seien gekommen, um mal ordentlich Radau zu machen in der fehlgeleiteten Leitkultur namens US-Pop-Culture.

Doch die Gegenwart, beziehungsweise zeitlicher Abstand, ernüchtert ja allzu oft gegenüber Vergangenheitsverklärung. Inzwischen weiß man, dass der Bassist von RATM ein himmelschreiend dämlicher Verschwörungstheoretiker ist, ernüchternd ähnlich den großen Welttheoretikern wie dem einen Dude von Blink 182 oder dem traurigen Junkie von Sum 41 (bitte, bitte nicht googeln, woran diese Spinner jeweils so alles glauben, Lebenszeit ist ein kostbares Gut).

Tja, wenig Bildung und schneller Erfolg im Rock’n’Roll: gefährliche Mischung. Strenge Zungen behaupten gar, der einzige bei RATM, der noch nicht durch Face-Palm-Äußerungen aufgefallen ist, ist der stille Drummer.

Es kam, wie Skeptiker es kommen sahen: Prophets Of Rage geht gar nicht. Gestriger, langweiliger, uninspirierter Rap-Rock der peinlichsten Sorte – „hey lass uns diesen Slogan zehn Mal wiederholen, die Leute werden schon dazu headbangen“.

Der Inspirationsquell sprudelt auch gefährlich vulkanös aus der Truppe, die im teuren Los Angeles sich ja vielleicht mit ihren Häusern übernommen hat, wer weiß das schon. Jedenfalls covern sie Public Enemy, Cypress Hill und Rage Against The Machine live, um ein Set voll zu kriegen.

Und dann die erste EP „The Party’s Over“ zu nennen und darauf ganz genau zwei neue Songs zu versammeln und darüber hinaus drei furchtbar traurig machende Live-Cover einschlägig bekannter Rebellions-Kracher zu platzieren: Man könnte meinen, Coca Cola inszeniert das alles, wüsste man nicht um die verdiente Vergangenheit all dieser Mucker.

Da hilft wirklich nur eins: Sich die ersten Alben von jeweils Cypress Hill, Public Enemy und Rage Against The Machine hart gönnen und konstatieren: jung und naiv rebelliert es sich immer noch am besten.

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