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Roosevelt – Roosevelt – Konsenspop für die Afterhour

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Es ist natürlich eine Binsenweisheit, dass man sich in der Popwelt interessant machen muss. Roosevelt hat eine Methode gefunden, wie man Spannung im Zeitalter der immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspanne noch generieren kann.

Marius Lauber, der sich hinter Roosevelt verbirgt, ließ sich mit seinem Debütalbum nämlich immens viel Zeit, hat dabei aber nahezu im Jahrestakt markante Doppelsingles veröffentlicht und sich als renommierter Remixbastler für Kakkmaddafakka und Truls erwiesen. Klingt nach cleverem Kalkül – ändert aber nichts daran, dass Lauber tatsächlich fantastische Popsongs schreibt.

Das Soloprojekt des ehemaligen Beat!Beat!Beat-Schlagzeugers ist im Grunde schon länger kein Insider mehr. Mit seiner Debüt-EP „Elliot“ vermischte Roosevelt Italo-Disco, Synthiepop und Electronica.

Das selbstbetitelte Album wechselt zwar nicht die Koordinaten, springt dafür aber nun ambitioniert vom Track- in den Songmodus über. Das gelingt Lauber ausgesprochen gut, der als Multiinstrumentalist und leichter Autodidakt mit den eigenen Produktionen begann und so genau zur richtigen Zeit den Absprung vom vorhersehbar werdenden Indierock-Kosmos vollführte.

Dabei ist die Gitarre bei Roosevelt nie verschwunden gewesen. Sie versprüht jedoch mehr Grooves als Riffs, klingt flüssig und wird nie überproportional eingesetzt. Der Bass ist auf dem Album mindestens genauso zentral angelegt und konturiert sanft die geschmeidig warmen Synthie-Tunes.

„Roosevelt“ ist ein wahres Single-Album: Jeder Track ist ein potentieller Hitkandidat geworden, jede Hook einprägsam, ohne aufdringlich zu wirken. Ein Kunststück. Lauber vollendet mit „Wait Up“ und „Colours“ die grazilen Popentwürfe, die er auf seiner ersten EP bereits angedeutet hat.

Auch „Moving On“, dessen melodisches Intro im Video zu „Colours“ bereits angefadet wurde, ist Electronica in Vollendung und dient dank seiner eleganten Midtempo-Beats und cleverer Percussion ebenso als Beleg dafür, dass man keineswegs immer auf volles Tempo setzen muss, um einen Hit zu landen.

Ohnehin durchläuft die Stücke eine sanfte Traurigkeit, die Tanzbarkeit aber nie ausschließt. Roosevelt lehrt uns, dass auch die Afterhour funky sein kann und bastelt Clubmusik für diejenigen, die in der Nacht mal wieder einsam den Club verlassen müssen.

Nur „Heart“ wirkt durch die klebrig-quietschenden Synthies ein wenig zu beliebig und auch die aktuelle Single „Fever“ löst mitunter Reize aus, für die man wohl das Wort „cheezy“ erfunden hat. Das ist auf einer Platte, bei der selbst die Interludes feingeschliffene Popperlen abliefern, aber schnell verziehen.

Auch wenn man rund ein Drittel der Songs schon im Vorfeld kannte, Roosevelt ist mit seinem Erstlingswerk herausragender Electronica gelungen, bei dem man ins Schwärmen gerät und der sich nicht in einer Passage anbiedert. In einer gerechten Welt wäre das Konsenspop.

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