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Thom Sonny Green – High Anxiety – This Is All The Drummer

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Es waren nicht nur der zärtliche Gesang von Joe Newman und der Verzicht auf altgediente Gitarren, die alt-J so groß machten. Zu einem großen Teil hat der Sound seine Innovation den ambitionierten Drums von Thom Green zu verdanken, der im Takt immer ein wenig neben der Spur agierte, ohne dabei den Vocals den Raum zu nehmen. So hat er einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, dass alt-J trotz des immensen Erfolgs nie Gefahr liefen, zu Stadionrock zu verkommen.

Doch Green hat nicht nur ein Faible für das Schlagzeug.  Denn zwischen den Beats auf seinem Solodebüt „High Anxiety“, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht alle analog entstanden sind, tummeln sich dank etlicher Synthesizer auch durchaus explizit geratene Krautbezüge. Die sind allesamt ziemlich düster geworden.

Ohnehin bildet ein Großteil der oft nach Städten benannten Tracks das Pendant zum nicht selten melancholischen, aber immer noch verspielten Flair von alt-J. Green verdient sich mit „High Anxiety“ eher das Attribut „Dari-Pop“.

Zu den stoisch reduzierten Bässen von „Cologne“ ertönen unterkühlte Streicher-Simulationen, während „Oslo“ zu Beginn wie Jamie xx in seinen dunkelsten Momenten klingt und „Oakland“ verwinkelte Trap-Exkurse aufbereitet.

Green verbindet zeitgenössisch britische Electronica aber auch mit dem Rap-Spektrum entlehnten Beats. In „Beach“ – eines der wenigen Stücke, in denen Samples Verwendung finden – wird zudem nicht nur auf clevere Perkussion zurückgegriffen, sondern auch gelegentlich gescratcht.

Ohne Zweifel, Thom Sonny Green dürfte bei seiner Premiere als Beattüfftler von seiner Banderfahrung profitiert haben. Nur so lässt sich erklären, dass sein Electronica-Entwurf ungemein organisch ausgefallen ist. Mit seinen kantigen Arrangements dürfte er bereits in der Premier League der nerdigen Producer mitspielen können und etwa Burial Konkurrenz machen.

Und kurz bevor der Eindruck erwächst, dass das letzte Drittel doch etwas ausgelaugt geraten ist, holt Green mit dem polyrhythmischen „Meh“ noch ein echtes Ass aus dem Ärmel, das Ambient, EDM-Residuen und Midtempo konvergieren lässt. Dann soll er sich mal nicht über zuviel Arbeit wundern, wenn demnächst die ersten Produktionsanfragen in seinen Briefkasten flattern.

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