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Danny Brown (Credit Tim Saccenti)

Danny Brown – Atrocity Exhibition – Detroit lebt

Mit seinem bis dato launigsten, aber irgendwie auch reifsten Studioalbum zeigt Detroits derzeitiger Vorzeige-Rapper Danny Brown der internationalen Hip-Hop-Konkurrenz fast durchgehend die lange Nase.

„Atrocity Exhibition“ ist ein Brett, so viel steht schon mal fest. Bereits der völlig verdrehte Cypress Hill-Kniefall „Downward Spiral“ präsentiert sich im Stile eines schlängelnden Ohrwurms, der einen vom ersten Ton an in seinen Bann zieht.

Der Rest des Albums kommt nicht minder gehaltvoll um die Ecke. Mit der Unterstützung von Branchen-Hausnummern wie Kendrick Lamar („Really Doe“) und Be-Real („Get Hi“) lässt Danny Brown die heruntergekommenen Straßen Detroits für die Dauer einer Albumlänge wieder im hellen Glanz erstrahlen.

Sicher, es wird auch gejammert, geflucht und auf dicke Hose gemacht. In Browns Heimatstadt liegt schließlich nicht erst seit gestern alles brach. Aber unterm Strich versprüht „Atrocity Exhibition“ weitaus mehr Hoffnung als Tristesse.

Gemeinsam mit der atmosphärischen Stimmfarbe der Singer/Songwriterin Kelela („From The Ground“) und der des südafrikanischen Sängers Petite Noir („Rolling Stone“) glänzt Danny Browns markantes Quäk-Organ sogar in mystisch-melancholischen Gefilden. Dafür gibt’s Extra-Applaus obendrauf.

Mag sein, dass in der ehemaligen Wirtschafts-Hochburg Detroit mittlerweile so ziemlich alles den Bach runtergeht. Die Menschen dort tragen ihre Energie und ihre Leidenschaft aber immer noch mit stolzgeschwellter Brust durch die Straßen.

Das bisherige Schaffen, und insbesondere das neue Album von Danny Brown stehen diesbezüglich groovend und ekstatisch in der ersten Reihe.

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