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The Ramona Flowers (Credit Distiller Records)

The Ramona Flowers – Part Time Spies

The Ramona Flowers, benannt nach einem Charakter aus der Graphic-Novel-Reihe und dem gleichnamigen Film „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“, wollen raus in die große weite Welt. Der kleinen Bühnen überdrussig, beladen sie nun ihr Soundgepäck mit einem Batzen voll Refrains. Das kann man gut finden oder es als halbgare Kopie von U2 oder The Killers abstempeln.

Während man das Debüt „Dismantle And Rebuild“ gemeinhin mit Radioheads „Kid A“ verglich, würde man heute auf Stadion-Bands tippen, die Modell für The Ramona Flowers standen.

Heute hinkt der Vergleich mit dem britischen Elektro-Rock-Urgestein gewaltig, denn das verworren-experimentelle Soundgemisch des Erstlings von The Ramona Flowers ist jetzt einer sanften Klarheit gewichen – großer Pluspunkt.

Der Zweitling „Part Time Spies“ der englischen Alternative-Rock-Band ist ein akustisches Reagenzglas: Öffnet man den Korken, erläutet Stadionmukke in einer ästhetischen Wiederholungsschleife.

Mit dem Opener „Dirty World“ platzieren The Ramona Flowers gleich zu Beginn ihr stärkstes Lied der Platte. Was dann folgt, wird nicht mehr besser, aber auch nicht wesentlich schlechter.

Die Strukturen sind weicher, wenn auch keinesfalls wahllos aneinandergereiht. Hier und da lugt der Kitsch aus dem Soundgebüsch hindurch.

So weit, so gut. Der Haken dabei: Was war zuerst da – ausverkaufte Stadien oder halliger Großkonzert-Sound? Die Frage ist müßig, und doch beschäftigt sie einen, da der Sound trügt. Die Ramona Flowers wählten mit ihrer zweiten Platte den unkonventionellen zweiten Weg. Der Schein mag also trügen, denn das Barometer an verkauften Tickets schnellte in der Vergangenheit noch nicht in die Höhe.

Das Ergebnis kann sich jedoch absolut hören lassen: Die vierköpfige Band aus Bristol liefert mit „Part Time Spies“ soliden Dance-Content ab, der einen mit „Skies Turn Gold“ unversehens in die 80-er Jahre katapultiert.

Der Balance-Akt geht auf und wird die Zuschauerströme von ganz allein zu den Konzerten bringen: ein bisschen Soul, ein bisschen Funk und gute 38 Minuten Beine wippeln.

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