Varvara legen auf ihrem dritten Studioalbum “Death Defying Tricks” los wie die Feuerwehr. Vielleicht liegt es an Pelle Gunnerfeldt (The Hives, Refused), der die Scheibe gemixt hat, oder an Brad Boatright (Fucked Up, Beatsmilk), der dem Gesamtpaket den finalen Master-Stempel aufgedrückt hat. Vielleicht ist der Grund für das unerwartet hohe Energie-Level zu Beginn des Albums aber auch ganz woanders zu finden.

Wer oder was auch immer für den Tritt in den Allerwertesten sorgte: man ist dankbar und spendet Applaus, denn Songs wie der eröffnende Garage-Rocker “Sons” und der anschließende, psychedelisch angehauchte Weezer-Kniefall “Caught” haben alles, was es braucht, um auf den großen Rock-Bühnen dieser Welt für Aufsehen zu sorgen.

Das kantig in Richtung Punk schielende “Human Being” präsentiert die fünf Finnen ebenfalls mit Hummeln im Hintern. Auch das melodische Kraftpaket “No Reason” sorgt bei Freunden kratzbürstiger Sounds aus dem Rock’n’Roll-Hinterhof für große Augen und hochgezogene Mundwinkel.

Zwischendurch treten Varvara immer wieder pointiert auf die Bremse. Das melancholisch schunkelnde “Headlights” hinterlässt dabei genauso große Spuren wie das zwischen mystischem Indie-Pop und schepperndem Noise-Rock pendelnde “Arrows”. So kommt das große Ganze in regelmäßigen Abständen zur Ruhe und kann dann wieder gestärkt nach vorne rocken.

Mit “Death Defying Tricks” katapultieren sich die Finnen aus dem Dunkel ins Licht. Die Ketten sind gelöst. Nun heißt es: Schön auf Kurs bleiben; dann stehen die ganz Großen der Branche nämlich bald applaudierend Spalier. Das wär’s doch, oder?

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