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Dillon – Live im Kampnagel, Hamburg

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Dillon. Erste Platte elektronisch mit dezentem Piano. Gesang Tendenz melancholisch und teilweise liebenswürdig ungenau. Untergründig treibend, aber doch nie aufdringlich oder stampfig. Zweite Platte etwas sauberer, Stil konsequent weiter entwickelt. Und durchaus motivierend zum Tanzen in der Vorstellung eines Konzerts. Zweieinhalb Jahr später kombiniert eine Live Aufnahme beide Platten. Leider nichts richtig Neues, aber immerhin Anlass für eine neue Tour „mit Chor“.

Bestuhltes Kampnagel anstatt Party-Konzertsaal. Wein dominiert die Wartezeit, nicht Bier. Gedeckte, intellektuell anmutende Vorfreude beim Warten. Bühne komplett in schwarz inklusive dem Chor ohne Schuhe im Hintergrund.

Dillon erscheint in schwarzem, transparentem Cape, in der Hintergrundbeleuchtung nur als Silhouette wahrzunehmen. Die Musik beginnt deutlich tanzbarer als auf den Aufnahmen, in gehobener Wohnzimmer-Lautstärke.

Dillon wirkt anfänglich anmutig verletzlich und fast schüchtern. Der Chor ist nur peripher wahrzunehmen, kein Text, sondern tonale Untermalung. Ein leise gehauchtes „Danke“ nach jedem Stück, Dillon wird von Stück zu Stück präsenter. Der Kontakt mit dem Publikum wird zögerlich ausprobiert, fast entschuldigender Tonfall, wenn sie etwas erklärt.

Komplette Entfaltung dann bei „Tip Tapping“. Dillon zeigt nicht nur demonstrativ ihre roten Absatzstiefel, sondern motiviert alle zum Mitsingen. Der hinreichend einfache Text manifestiert sich dann wirklich als Gesang und nicht als Mitgröhlen. Trotz der Menge entsteht eine fast ruhige, intime Stimmung.

Der Chor wird immer mehr ein Teil des Ganzen, interessanterweise weniger akustisch als visuell. Die Sänger strahlen, tanzen dezent mit, haben Spaß. Das Bühnenbild bleibt konsequent schwarz mit weißem Licht, sehr gut an die Musik angepasst. Kalt und düster, aber doch heimelig.

Zugaben gibt Dillon alleine mit dem Piano. Immer noch leicht verhuscht, aber voll dabei. Liebevoll bemüht um geblendete Gäste in der ersten Reihe. Jetzt dauerhaft im Dialog mit dem Publikum, sehr menschlich.

Das Repertoire geht aus, aber ein Ende ist nicht in Sicht, also wiederholen sich Stücke. Finale ist „Thirteen Thirty-Five“ gemeinsam mit dem Publikum. Da fehlt dann doch die Textsicherheit, „Tip Tapping“ war einfacher. Und man sieht die Berlinerin immer noch fast nur als Silhouette.

In-die-Füße-gehende Musik lässt sich also in große Kunst wandeln. Benötigt „nur“ den richtigen Ort, minimales Bühnendesign, perfekte Beleuchtung, einen Chor und die richtige Choreografie. Und vor allem die Persönlichkeit Dillon. Trotzdem würde ich sie gerne auch noch mal laut und mit uns tanzen sehen.

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