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Die Höchste Eisenbahn – Live in halle02, Heidelberg

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In blau-silber glänzender Baseballjacke und Goldkettchen betritt Francesco Wilking die Bühne. Zottelhaar und Hornbrille machen aus ihm eine verquere Mischung aus Onkel Doktor und Helge Schneider – ausgestattet mit dem nötigen Know-How und dem richtigen Humor.

Ganz anders sein kongenialer Gesangspartner Moritz Krämer. Glattrasiert und in schwarzem Pullover bringt er die optische Seriosität auf die Bühne. Beide nebeneinander wirken wie die Band, die Rio Reiser und Reinhard Mey nie zusammen gegründet haben, in deren Tradition als Liedermacher Die Höchste Eisenbahn-Frontmänner aber zweifellos stehen.

Sie spielen sich zwischen den Songs pausenlos die Bälle zu, sind Charmeoffensive und Unterhaltungskomiker in einem und wenn sie zusammen singen – Krämer mit seinem heiseren Nuscheln und Wilking mit quäkendem Alleinstellungsmerkmal – fragt man sich schon, wie sie zuvor auch ohne den jeweils anderen überhaupt Musik machen konnten.

Beide sind aber – und das wird live besonders deutlich – nicht ausschließlich diejenigen, die Die Höchste Eisenbahn ausmachen. Max Schröder am Schlagzeug übt sich in souveräner Zurückhaltung, was die Ansagen betrifft, trägt mit seinem songdienlichen Spiel aber zur unverstellten Schönheit der Stücke bei.

Und der in Sachen musikalischer Vorgeschichte gänzlich unbefleckte, und deshalb häufig zu Unrecht übersehene Bassist Felix Weigt, steht mit seiner gewinnenden Schlagfertigkeit und seinem versierten Spiel an Keyboard, Gitarre und Bass den anderen in nichts nach.

Er ist es, der dazwischen grätscht, wenn sich die beiden Sänger in ihrem mündlichen Schabernack verzetteln, um die Sache entweder endgültig auf die Spitze zu treiben oder aber herrlich uneloquent die Überleitung zum nächsten Song zu suchen.

„Können wir nicht die Musik sein lassen und den ganzen Abend Spiele spielen?“ fragt Wilking, als das Improtheater einmal mehr einen Höhepunkt erreicht. Die Musik kommt natürlich trotzdem nicht zu kurz und vor allem von der aktuellen Platte „Wer Bringt Mich Jetzt Zu Den Anderen“, die nahezu in Gänze aufgeführt wird.

Wer sich vor allem auf die Songs vom Debüt „Schau In Den Lauf Hase“ gefreut hat, wird mit dem ausgiebigen Zugabenblock oder dem an dritter Stelle stehenden „Raus Aufs Land“ belohnt. Es ist einer dieser Songs, die verdeutlichen, dass ein Stück auf Platte immer nur Momentaufnahme sein kann.

Max Schröder verleiht dem Song live eine Energie, die der balladeske Charakter auf dem Album nie hatte. Schwer zu sagen, welche besser ist. Die Liveversion fügt sich jedenfalls bestens in ein Konzerterlebnis, bei dem man sich betrinken möchte und deshalb bereut, mit dem Auto angereist zu sein.

Am Ende verlässt man aber auch ohne Alkohol die Heidelberger Halle02 so seltsam angeheitert, dass man den ebenfalls tollen Schwedisch-Deutschen Supportact New Found Land mit seinem oszillierenden Klarinetten-Elektro nahezu komplett vergessen hat. Ein Grund mehr, direkt nochmal zu einer Show zu reisen.

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