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Michael Nau – Mowing – Demoperlen aus den Appalachen

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Hand aufs Herz, wem sind die Appalachen ein Begriff? Die Waldgegend im Nordosten Amerikas, die sich bis nach Kanada zieht, ist jedenfalls die Heimat von Michael Nau – ein Singersongwriter der tiefenentspannten Sorte. Eventuell kennen ihn diverse Folknerds bereits aus seiner Zeit bei Page France, einer veritablen Folkpopband mit unprätentiösen Ohrwürmern, die sich 2008 auflöste.

Dort war Nau Frontmann. Die Musik hörte sich an wie ein artverwandter Jack Johnson ohne Surf-Referenz, der seine Ukulele gegen ein Xylophon eingetauscht hat. Oder wie ein Sufjan Stevens ohne Melodramatik.

Die Folkkonturen sind auf seinem Solodebüt „Moving“ in den Hintergrund gewichen, der Sound wirkt eher minimalistisch, erinnert an die schmeichelnde Vintage-Affinität der frühen The Coral. Nau ist ein Liebhaber des Details, was den Zauber von Mowing zu einem gekonnt beiläufigen macht.

Ganz dezent streicht er in „The Glass“ über die weißen Klaviertasten, unmerklich taut sich in „Your Jewel“ ein Offbeat auf, clevere Percussion breitet sich im subtil Jazz-infizierten „MW“ aus. „In There“ beginnt mit kargen Streicherarrangements, zu der sich dann die Stimme von Nau gesellt, der von Müßiggang und Situationen erzählt, in denen sich alles rapide verändert – außer man selbst.

Die warme, leicht verträumte, aufnahmetechnisch zum Teil altbacken aufgenommene Stimme ist die Konstante der Produktion, die ganz unaufdringlich auch schlichte Live-Atmosphäre einfängt. Einen Blick hinter die Kulissen, wie Nau seine kauzigen Gitarren („Winter Beat“) stimmt, erhält man zwar nicht. Dennoch ist man ganz nah dran – an diesem Singersongwriter, der nichts von urbaner Hektik zu kennen scheint.

Man wird schon fast neidisch, auch wenn selbst Nau nicht von Liebeskummer gefeit ist. Auffressen lässt er sich davon allerdings nicht, wie das von warmen Bassläufen durchzogene „Love Survive“ beweist.

Alles kann, nichts muss – selbst blubbernder Dreampop schlängelt sich in die liebevollen Aufnahmen. Resultat ist nicht weniger als eine Dreiviertelstunde voll unaufgeregter Arrangements, und doch kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Ein leises Album, das man ganz laut hören möchte.

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