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The Cure – Live in der Arena, Leipzig

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Ein The Cure Konzert wird lang. Schließlich müssen die Herren um Robert Smith 40 Schaffensjahre abbilden. Das wissen alle, die kommen und das relativiert den hohen Ticketpreis.

Die Leipziger Arena ist voll und Generationen von Fans mit und ohne einschlägigem Dresscode müssen erst einmal anstehen: Am Einlass, an der Garderobe, am Bierstand.

Drinnen bemühen sich derweil The Twilight Sad mit gefälligem Düster-Shoegaze, die Wartenden bei Laune zu halten. Das gelingt leidlich, trotzdem sind sie für die Leute nur eine Fußnote auf dem Weg zum Hauptereignis des Abends.

Wie es sich für Stars gehört, wird die Geduld der Wartenden auf die Probe gestellt, da muss ein Roadie noch dringend ein Kabel festkleben oder dort das Handtuch auf Kante legen, bis endlich alles passt.

Viertel vor neun kommt die Band, frenetisch beklatscht und angeführt vom Springinsfeld Simon Gallup, endlich auf die Bühne. Dient der Starter „Plainsong“ noch als Warm-Up für beide Seiten, kommt mit „Pictures Of You“ die Hitmaschine auf Touren, wenngleich zumindest im ersten Konzertteil die Gassenhauer eher maßvoll eingestreut werden.

Eine Bühnenshow braucht es nicht, das Konzert lebt von Emotionen und Erinnerungen, welche viele Songs in den Herzen und Köpfen des Publikums aufleben lassen. Die erste unglückliche Liebe, Weltschmerz allgemein, die selbstgeschneiderten schwarzen Klamotten oder die angebotene Dresche für als Cure-Fans identifizierte Menschen im Jugendclub  – alles wird wieder präsent.

Es wird getanzt, geknuddelt und geträumt. „In Between Days“, „Just Like Heaven“, „Lovesong“ – The Cure wissen, was ihre Anhängern erwarten und liefern entsprechend.

Die Akustik bewegt sich – wie in  Mehrzweckhallen üblich – im unteren Durchschnitt. Wer einen Platz im hinteren Teil der Halle erwischt hat, sieht die Band im Miniaturformat, aber wenigstens werden die Akteure zeitweise überlebensgroß auf Leinwandsegmente im Bühnenhintergrund projiziert. Dazwischen gibt es dort immer wieder mehr oder weniger passende Visuals, bei „Lullaby“ sind es – logisch – Spinnennetze.

Im Mittelpunkt steht natürlich Mastermind Robert Smith. Der sieht aus wie immer: die Haare toupiert, die Augen mit Kajal umrandet- was bei Männern in seinen Alter schnell peinlich sein kann, ist bei ihm authentisch.

Der Wirkungskreis des 57-jährigen ist nicht groß, er steht im wabernden Bühnennebel an gleicher Stelle. Wenn er nicht in die Saiten greift, hat er die Hand am Mikro, singt souverän gegen die Soundwand an, lächelt immer wieder angesichts des gelungenen Verlaufs der Veranstaltung und der eigenen Spielfreude.

Sein Bassist Simon Gallup ist agiler, im Iron Maiden Muskelshirt wirbelt er über Bühne. Der Rest der Mannschaft, Reeves Gabrels an der Gitarre, Jason Cooper am Schlagzeug und Roger O’Donnell an den Tasten, beschränkt sich – wie der Chef – auf das Wesentliche: dem Abliefern eines astreinen Konzerts.

Als sich die Protagonisten die erste Auszeit nehmen, ist klar, dass hier noch lange nicht Schluss sein kann. „Boy`s Don`t Cry“, „Close To Me“, Friday I`m In Love“ fehlen, werden jedoch in langen Zugaben nachgeliefert.

30 Songs und Stunden später geht mit der Frage „Why Can`t I Be You?“ das Licht an. Bleibt am Ende die Sorge, ob man angesichts des grassierenden plötzlichen Musikertods noch einmal Gelegenheit haben wird, The Cure live zu erleben. Die Hoffnung stirbt zuletzt. „Aber sie stirbt!“ hätte man als Adeloszent in den Achtzigern beim Hören der Cure-Platten hinzugefügt.

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