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Japandroids (Credit Leigh Righton)

Japandroids – Near To The Wild Heart Of Life

Aufbruchsstimmung, Gefühlserhebung, Rock-Euphorie: Das sind Japandroids. Brian King (Gitarre, Vocals) und David Prowse (Schlagzeug, Vocals) waren die letzten Jahre ein genauso langes Weilchen in der Spekulationen anheizenden Versenkung verschwunden, wie das westkanadische Duo in den Jahren ihrer ersten beiden Alben unermüdlich und ewiglich auf Tournee in allen Rockmusik frönenden Erdenteilen unterwegs gewesen war.

500 Shows in 44 Ländern weist ihr Wikipedia-Eintrag aus – ‘ne Menge Holz – zwischen ihrem 2009er Debüt „Post-Nothing“ und den sich anschließenden Jahren ihres 2012er Nachfolgers „Celebration Rock“. Dies dürfte zu einer merklichen kreativen Entleerung geführt haben, für die man die nun hinter sich gebracht habende lange Auszeit gebraucht zu haben schien.

Denn im Grunde genauso munter, laut und Classic-meets-Garage-Rock-mäßig wie zuvor klingen King und Prowse auf ihrem dritten Studioalbum „Near To The Wild Heart Of Life“. Ihr Signum – autofahrtgeeigneter Hymnen-Rock – werden sie wohl nicht mehr ablegen. Eine ihren Sound chamäleonhaft verändernde Band wird das aus Vancouver stammende Duo im Umkehrschluss demzufolge auch nicht mehr werden.

Die Japandroids sind die pazifistischen Weicheier unter den harten Rockern. Ihr Rhythmus ist Punk- oder Garage-Rock, ihre Melodie, allen voran ihre Harmoniesucht im Refrain, ist Tom Petty beseelter Classic Rock.

Auch „Near To The Wild Heart Of Life“ rüttelt daran nicht, wenn auch der Melodieliebe noch stärker gefrönt wird, und insgesamt die erhabene Aufbruchsstimmung noch mehr zum Tragen kommt als auf den Vorgängeralben.

Was das für süße Kerls sind, liest sich bereits an ihren Songtiteln ab – „I’m Sorry (For Not Finding You Sooner)“. Ja, die Japandroids sind die laute Rockmusik, die deine Freundin toleriert.

Und auch wenn es, tatsächlich und ohne Sarkasmus geurteilt, schöne 37 Minuten mit King und Prowse und ihren Rock-Hymnen sind, im Auto oder auf den Kopfhörern, ist die Konzeption und vor allem die Wirkungsweise ihres Sounds zu Monoton.

Mehr als Erbaulichkeitspathos können die Japandroids leider nicht wirklich. Und auch wenn das gerade in unserer heutigen tumultuösen Zeit durchaus von Wert sein kann, ist es künstlerisch viel zu wenig, um für stark erklärt werden zu können.

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