Allman Brown – 1000 Years

Mir fallen auf Anhieb zwei, drei Freund*innen ein, denen das Album “1000 Years” von Allman Brown ziemlich gut gefallen dürfte. Allerdings fallen mir noch mehr Freund*innen ein, denen dieses Singer-Songwriter-Geschwurbel wohl eher unnötig erscheint. Aber das ist ja ohnehin Geschmackssache. Und für einen Moment können wir ja unsere Ohren öffnen, so wie Allman Brown auf seinem Debüt-Album sein Herz öffnet.

Einen musikalischen Auftakt machte Allman Brown schon 2013 mit seiner EP “Sons And Daughters”. Dass der Londoner Fan von Bon Iver ist, konnte man schon damals hören, als er seine Demo-CD’s noch in selbst zusammengetackerten Sleeves verteilte. Jetzt, vier Jahre später, folgt die erste Langspielplatte in einem hübschen Digipack.

Der Sound ist immer noch eher ruhig, eher puristisch, ohne viel Schnickschnack. Akustikgitarre und Stimme sind vorherrschend und werden von ein wenig elektronischer Spielerei ergänzt.

Manche Songs erinnern stark an Ed Sheeran. Der Song “Fires” zum Beispiel, der allein vom Titel ja schon an den Hobbit-Soundtrack erinnert, allerdings hier nicht ganz so wuchtig daherkommt und wohl eher was Eigenes, als ein Zitat sein möchte.

Andere Songs lassen eher an frühe The Gaslight Anthem denken und laden zum Tanz ein, der ja nicht unbedingt der letzte sein muss (“Last Dance”).

Auch an seine EP erinnert Allman Brown auf “1000 Years” nochmal. Er singt, wiederum im Duett mit Liz Lawrence (die ihre Stimme auch zu einem anderen Song erhebt: “Palms”) von “Sons And Daughters”. Social-Media-Aktivitäten verraten, dass er inzwischen auch tatsächlich seine eigene Tochter Juno besingen kann (die ihm noch dazu im Homeoffice hilft – ganz schön smart für einen Säugling).

Dieser Tochter jedenfalls kann er demnächst noch ganz neue Lieder vorsingen, falls ihn das Unterwegssein inspiriert. Allman Brown geht nämlich auf Tour. Den zwei, drei Freund*innen seien diese Dates ans Herz gelegt, bei denen Brown übrigens ohne Band, nur mit seiner Akustikgitarre auftreten wird.

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