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Dear Reader – Day Fever

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„So Petty, So Pathetic“ – das ist nicht nur ein Titel auf dem neuen Dear Reader-Album, dieser Titel beschreibt das Thema der Platte ganz gut. „Day Fever“ ist der vierte Longplayer von Cherilyn MacNeils Projekt. 11 Songs befinden sich auf Werk, das bei City Slang erscheint.

MacNeil hat für die Aufnahmen ihre Wahlheimat Berlin verlassen und ist nach San Francisco geflogen. Der Opener „Oh, The Sky!“ klingt jedoch gar nicht nach einem Tag im sonnigen San Fran, sondern nach einem dunklen Museumsbesuch mit alten Ölgemälden. Mehrstimmiger Chorgesang gibt dem Song etwas Weites, etwas Episches. Ist das etwa der Chor aus der griechischen Tragödie, der mehr weiß, als unsere Protagonistin?

„So petty, so pathetic“ zwitschert die Sängerin, Gitarristin und Keyboarderin in dem gleichnamigen Song, dann geht es weiter mit „you scumbags go to hell“. Spannung baut sich über die Textebene auf.

„Long live the king, long live his bride“ –  eine Shakespeare-Zeile par excellence, findet man in der Vorabsingle „I Know You Can Hear It“. In dem Musikvideo zum Song schwärmen vier Sirenen aus, um Teile einer zerbrochenen, abstrakt aussehenden Discokugel zu finden. Diese Discokugel geleitet den vermeintlich toten jungen Mann mit Glitzer-Make Up in eine Zwischenwelt. Aristoteles hätte in die Hände geklatscht!

„Nothing Melodious“ sticht heraus, da es eine Akustikgitarrennummer ist – aber natürlich fehlt auch hier der mahnende und fragende Chor („What have you done?“) nicht. Dear Readers Texte sind chiffrierte Kleinode, die einen länger nachdenken, gar sinnieren lassen.

Die Musik ist dafür umso klarer. Es kommen Blechbläser, Gitarre, Windspiel, Piano und sogar eine Orgel zum Einsatz, so zumindest hört es sich an. „Day Fever“ ist musikalisch betrachtet eine ruhige Platte, es gibt keine wilden Up-Tempo-Indie-Pop-Tanznummern.

Jeder Track wurde analog aufgenommen. Technisches Nachbearbeiten, wie einzelne Parts noch einmal einspielen oder einsingen, war nicht möglich war. Entweder der Take ist gut – oder wird ganz gelöscht. An dieses strikte Aufnahmeverfahren musste sich Cherilyn erst einmal gewöhnen.

Die neue Arbeitsweise, die „zum psychischem Schmerz“ führte, hat sich gelohnt: „Day Fever“ beschreibt einen (mystischen) Dämmerzustand. Genau zu dieser Zeit passieren die spannenden Geschichten zwischen Liebe und Leid auf der ganzen Welt und in allen Epochen. Diese Geschichten lohnt es zu vertonen.

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