Talaboman – The Night Land

Völker, hört die Signale – ein Spanier und ein Schwede mit einer wunderschönen, nocturnalen und elektronischen Völkerverständigung.

Es ist schon ein Weilchen her, aber der Barceloner John Talabot hatte 2012 auch jenseits der elektronischen Clubkultur schwer zu beeindrucken gewusst mit seinem ausgezeichneten Debütalbum „ƒin“. Seither aber, wird er eher als das wahrgenommen, was er ist, eine DJ-Größe in der DJ-Szene.

Kurz danach ging der Stern des Stockholmer Beatschmieds Axel Boman auf. Sein Langspiel-Debüt „Family Vacation“ zeigte sich ähnlich formidabel, feinfühlig und unprätentiös und war dabei mehr als nur Clubabend-tauglich.

Dann kam John Talabots 2014er DJ-Kicks-Compilation, jene ewige Reihe, in der nur ausgewählte DJ-Größen alles und jeden remixen dürfen und in ihren Privatgeschmack blicken lassen. Der unangefochten stärkste Track darauf stammte von John Talabot selbst. Zusammen mit Axel Bowman war er Talaboman und der kurze Track „Sideral“ ließ große Hoffnungen wecken, zu welch geschmeidiger Beat-Bastelei die beiden im Duett fähig sind.

Fast forward to 2017 und das Debütalbum von Talaboman steht bereit. Dass „The Night Land“ gemeinsam in einem Studio – und nicht in digital versandten Schnipseln von Nord- nach Westeuropa und vice versa – aufgenommen und produziert wurde, hört man dem Endergebnis an.

Organisch blubbern feine Beat-Momente, pulsieren elegante und nicht aufdringliche Bässe um Melodiepausen und schichten sich exotische Synthie-Sounds ins Ohr. Die hohe Kunst des niveauvollen DJings legen Talabot und Boman hiermit vor.

„The Night Land“ ist ein elektronischer Hochgenuss, souverän, verspielt, nicht protzig und stimmungstechnisch sehr nächtlich. Sounds und vor allen Rhythmen aus aller Welt, mit leichtem Schwerpunkt Richtung Afro-Beat, umgarnen das Gehör und liefern den passenden Soundtrack für lange nächtliche Autofahrten. Sehr fein.

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