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Mark Lanegan Band – Gargoyle

Kleiner Mark Lanegan Grundkurs: Der aus der Nähe Seattles stammende Fürst der baritonen Düsternis coverte für sein Debütalbum 1990, „The Winding Sheet“, einen uralten und aus dem 19. Jarhundert stammenden Folksong mit einem gewissen Kurt Cobain und einem gewissen Krist Novoselic.

Jahre später, kurz vor dem jähen Ende der wichtigsten Grunge-Band der Musikgeschichte, wurde dieser Song weltberühmt, weil er das MTV-Unplugged-Konzert von Nirvana abschloss – „Where Did You Sleep Last Night?“.

Neben seinen Soloalben, muckte Lanegan damals selbst in einer veritablen Grunge-Band herum – was auch sonst, als Seattler. Die Screaming Trees gelten vielen als ursprünglichere Grunge-Vertreter als die berühmt gewordenen Nirvana und Pearl Jam.

Da Josh Homme nach dem Ende von Kyuss Live-Gitarrist bei den Screaming Trees wurde, wusste Lanegan nach dem Exidus der Grunge-Ära und seiner Screaming Trees, wo er sich stimmlich als Co-Sänger einfinden konnte: In L.A., wo er bis heute lebt, und auf den beiden mit Abstand besten Alben der jungen Queens Of The Stone Age.

Nach seinem hinreißendsten Soloalbum „Bubblegum“ kamen die Kollabo-Alben mit Belle And Sebastian-Vokalistin Isobel Campbell, das Projekt Gutter Twins mit Afghan-Whigs– und Twilight-Singers-Mastermind Greg Dulli, das Album mit den Soulsavers, die Zusammenarbeit mit UNKLE oder Duke Garwood, um nur wenige zu nennen.

Mark Lanegan ist also mit Fug und Recht das, was man eine lebende Rock-Legende nennt. Schließt man sein Cover-Album mit ein, liegt nun sein zehntes Album vor.

„Gargoyle“ ist dabei ein wunderschöner Rückgriff auf alte Alternative-Rock-Zeiten, unter gleichzeitiger Einbeziehung seiner auf den letzten Alben versuchten elektronischen Soundgerüste. Jene Wesen, die tagsüber versteinert, des Nachts zum Leben erwachen, dürften für den Musiker Lanegan regelrechte Spirit-Animals sein.

Die Nacht legt sich kühl und unabdingbar über „Gargoyle“. Unnachahmlich zelebriert Lanegan seinen Bariton als wegweisende Pforte durch das Dunkel – in alten Rock-Songs in The-Clash-Manier ebenso wie in beat-verstärkten New-Wave-Krachern à la „Nocturne“.

Mit eben jenem „Nocturne“ oder auch „Beehive“ sind Lanegan wieder mehrere atemberaubende Meilensteine des düsteren Alternative-Rock gelungen. „Bubblegum“ von 2004 mag sein unangefochtenes Meisterwerk bleiben, „Gargoyle“ indes schlägt in eine ähnliche atmosphärische Kerbe und ist sicher das beste Lanegan-Album dieser Dekade.

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