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Mark Lanegan Band – Live im Freiheiz, München

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Mark William Lanegan hat sich mit seiner Band letztes Jahr zurück gemeldet, zunächst im Spätsommer mit der sehr bemerkenswerten EP „No Bells On Sunday“ und kurze Zeit später mit dem Longplayer „Phantom Radio„. Vorgestern erschien außerdem „A Thousand Miles Of Midnight“, ein Remix-Album zu dem Album und der EP von 2014, auf dem sich u.a. Moby, UNKLE und Soulsavers an einer Neuinterpretation der Stücke versuchten.

Nun ist Mark Lanegan auf Tour und machte gestern im Freiheiz in München Halt. Die Halle ist gut gefüllt, Vollbärte und karierte Hemden sind erwartungsgemäß stark präsent. Es beginnt pünktlich mit Lyenn, einem Singer/Songwriter aus Belgien, der Mark Lanegan bereits 2012 auf seiner Tour unterstützte. Lange nicht mehr gesehen und eigentlich nur den ganz Großen vorbehalten kommt dann eine zweite Vorband, und zwar Mark’s alter Kumpel Duke Garwood, der erst kürzlich sein neues Album „Heavy Love“ veröffentlichte, welches Lanegan auch produzierte. Duke, der nur von seinem Schlagzeuger begleitet wird, bietet seine Mischung aus Mark Lanegan in früheren Jahren, traditionellem Blues und Nick Cave sehr überzeugend dar und erhält Beifall wie eine Headliner-Band.

Dann kommt Mark Lanegan zunächst nur mit seinem Gitarristen Jeff Fielder auf die Bühne und die ersten drei ruhigen, bluesigen Stücke „When Your Number Isn’t Up“, „Judgement Time“ und „Low“ spielen sie nur zu zweit. Danach kommt der Rest der Band raus und es wird rockig mit dem „Gravedigger’s Song“ vom 2012er Album „Blues Funeral„. Mark Lanegan, dessen Reibeisen-Stimme beim Sprechen genauso rauh klingt wie beim Singen, verzichtet auf irgendwelche Ansagen oder Bedankungen zwischen den Stücken. Nur in ungefähr der Hälfte des Auftritts stellt er altmodisch seine Bandmitglieder einzeln vor.

Das erste große Konzert-Highlight ist dann „Deepest Shade“, ein Cover der Twilight Singers, das auch auf Lanegans Cover-Album „Imitations“ von 2013 zu hören ist. Der klagende Gesang und das melancholisch-behutsame Gitarrenspiel dringen tief ins Herz der Zuhörenden. Überhaupt ist Jeff Fielder ein elementarer Bestandteil des Auftritts, so wie er z.B. PJ Harveys Stimme durch leises Summen in „Hit The City“ ersetzt oder das Keyboard in „Ode To Sad Disco“ durch seine Gitarre.

Der nächste Höhepunkt ist dann der Block aus den Titeln „Harborview Hospital“ („Blues Funeral“), „Floor Of The Ocean“ und „Torn Red Heart“ (beide „Phantom Radio“), bei denen Keyboard und Gitarre gemeinsam einen dichten, bewegenden Soundteppich weben, so dass man gerührt in Bewegungslosigkeit verharrt. Einen solchen ergreifenden Effekt erreichten zuletzt nur M83 und vor langer Zeit einmal Soft Cell.

Danach wird es abrupt wieder rockiger und Mark Lanegan spielt sein Konzert inklusive einer nur zwei Titel umfassenden Zugabe zu Ende. So wie Mark Lanegan und Band hintereinander, mit geradem Blick und bei monotoner, stiller Rot/Blau Beleuchtung ihre Titel präsentierten, hatte man fast den Eindruck, als hätte  Mark nicht auf einer großen Konzertbühne gestanden, sondern seine guten Freunde zu sich nach Hause ins Wohnzimmer eingeladen, um ihnen seine Lieder vorzuspielen. Dabei hat man sich als Zuschauer jedoch sehr wohl gefühlt und geht nun mit einem leicht melancholischen „Buzz“ nach Hause, um einen warmen Kakao zu trinken.

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