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Endlich Brockhoff in voller Länge: „Easy Peeler“ hat die luftige Unbeschwertheit eines Coming-of-Age-Debütalbums, steckt aber gleichzeitig mit beiden Beinen im Grunge-Morast der 90er. Atmosphärisch absolute Spitze.

Wer internationale Acts wie beabadoobee und Snail Mail verehrt, muss nicht länger auf die Einreise dieser Musiker*innen warten: Die Hamburgerin Brockhoff hat die gleichen Plakate von den Cardigans und Breeders an den Wänden, Melodien und Storytelling sind hier genau so im Rampenlicht.

Aber: Bei Brockhoff sind die Gitarren immer ein Stück mehr übersteuert, die Produktion einen Meter mehr im körnigen LoFi.

Das Schöne an Musikgenres 2026 ist wohl, dass all das wahr sein kann und gleichzeitig Brockhoffs Verehrung von Phoebe Bridgers durch die melancholischen Stimm-Dopplungen in den kantigsten Refrains durchscheinen.

Überhaupt ist „Easy Peeler“ für ein Debütalbum überragend versatil in seinem Songwriting-Ansatz und stapft nicht treu durch ausgetretene Genre-Spuren. Der Titeltrack lässt zwar erstmal Grunge-Muckis spielen, bricht dann aber trotzdem mit Geigen im Refrain den Himmel auf. Warum auch nicht?

Synchron dazu arbeiten sich die Lyrics auf dieser Platte immer wieder an unsteter mentaler Gesundheit ab, auch hier: „I wanna have the time of my life / then I get so unhappy I die inside“. Die Antwort ist keine leichte, die Musik bleibt passend uneindeutig.

Deswegen gibt es gerade in der Albummitte Platz für Besinnung: Songs wie „Nothing Can Be Fixed In This Place“ gehen mit ihrer reduzierten Gitarrenarbeit und wabernden Background-Vocals glatt als Kammer-Pop durch und passen doch bestens in die Grunge-Bubble.

Die Mehrstimmigkeit in „I’ve Stopped Getting Chills For A While“, der große Ausbruch von „Japanese Garden“ und auch der hallbeladene Start von „Sleep It Off“ sind nur Auszüge aus den vielen Details, die das hohe Produktionsniveau von „Easy Peeler“ unterstreichen.

Im ersten Moment kommt es dann aber komisch vor, dass dieses klare Herbst-Album gerade jetzt im sonnigen Juni erscheint, aber: Für die Festival-Saison kommt dieser Kandidat für „Album des Jahres“ wie gerufen.

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