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Mark Lanegan Band – No Bells On Sunday

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Schon im Vorfeld wurde in dunklen Seitenstraßen verruchter Großstädte gemunkelt, dass „No Bells On Sunday“ der „sonderbare“ Vorbote des neuen Lanegan-Albums „Phantom Radio“ sein würde. Des öfteren schien das Wort „goofy“ durch die rauchige Finsternis zu schweben. Und damit war wohl nicht der gleichnamige Disney-Charakter gemeint. „Goofy“? „Albern“? Hm. Vielleicht ein wenig schrullig.

Kurzer Info-Einschub: Lanegan, Mark. Rock-Urgestein aus der weltbesten SST/Sub Pop-Zeit. Erst die legendären Screaming Trees, später auch solo. Immer wieder. Immer mehr. Plus Gastauftritte bei Queens Of The Stone Age, Masters Of Reality, Walkabouts, Mondo Generator und so weiter. Im neuen Jahrtausend Umbenennung des Solo-Daseins in „Mark Lanegan Band“ (hallo Gastmusiker!) und verstärktes Rumfriemeln mit elektronischen Untertönen. Ein Mann geht seinen Weg.

Techno-Trivia: Für einige seiner neuen Kompositionen nutzt Mark Lanegan die Phone App „FunkBox“. „It’s great to use because it’s easy and I’m the kind of guy who always chooses the path of least resistance!“, verrät Lanegan in einem Gespräch mit The Quietus. Und damit wären wir schon knietief in der EP:

Los geht es mit „Dry Iced“: Ein Plirren, Schwirren, Pluckern und Gitarren-Plinkern. Ein sehr zurückhaltender Drum-Computer schwurbelt sanft im Hintergrund. „I´m sorry“, beginnt Mark Lanegan. Und alsbald schnurren die Dioden. „Walking, aimlessly walking, walking around.“ Kurz darauf macht die Bass-Drum plötzlich „umpf umpf“. Holla! Dieser Stampf-Beat reisst einen doch ratzfatz aus dem meditativen Gedöse. Erinnert Dank Galoppel eher an Indie-Rock-Remixe der 1990er. Der Mann hat Mut.

„No Bells On Sunday“ klingt mit verdrehten Ohr wie eine milde Variante von Lanegans “Phantasmagoria Blues”. Hier zirpt und dröselt es so regenschauermäßig melancholisch, dass man getrost die Heizung andrehen möchte. Angriff der kontemplativen Herbst-Atmo: Kakao mit Sahne und Wunderkerzen raus! Nicht schlecht, Herr Specht.

„Sad Lover“ könnte mit seinem durchgehenden Bruce Springsteen-Born-In-The-USA-Beat und dem coolen Indie-Gitarren-Geschrubbe tatsächlich gut auf eine Platte von Queens Of The Stone Age verbraten werden. Ein kleiner Hit.

Mit „Jonas Pap“ betreten wir die Singer/Songwriter-Lullaby-Zone. Die Streicher schwirren. Der Kopf zuckt. Kurz und knackig. Huch! Schon vorbei.

„Smokestack Magic“: Achtung: Hier wird es mystisch bis biblisch. Jesus Christus und TV-Delirium feiern gemeinsam mit schmirgelnden Achtziger-Synties eine holprige Drone-Party. Bodennebel. Filter-Optik. Es wird schummrig. Zugegeben: Nach knapp fünf Minuten sollte das Stück eigentlich langsam zum Ende kommen, aber dann setzt nochmal ein Disco-Teil ein.

Im November wird Mark Lanegan fuffzig Lenze jung. Ein halbes Jahrhundert: Heidewitzka, Herr Kapitän! Oder um es mit Udo Jürgens zu sagen: „Ein Augenblick. Ein Stundenschlag. Tausend Jahre sind ein Tag!“ Ich bin mir nicht sicher, ob ich bei unvoreingenommenem Hören der EP darauf gekommen wäre, dass hier jemand Musik macht, der seit fast drei Jahrzehnten an Platten rumdoktort. Mark Lanegan:  „I look at every record as an opportunity to enjoy myself and try new things. That’s the way it’s been going lately.“Es klingt tatsächlich so, als ob hier jemand Spaß daran hat, seine Grenzen  auszuloten.

Im Grunde ist die EP also das fitzelige Probier-Beiboot zur neuen Platte. Wird Mark Lanegan dabei im Alter immer besser wie ein guter Wein? Wahrscheinlich. Aber experimentieren vergorene Beerensäfte mit neuer Technik?

Wir bleiben dran!

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