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Halo Maud – Celebrate

Halo Maud entführt uns auf ein Neues in ihre Welt. Sechs Jahre nach ihrem ersten Album legt die 1985 als Maud Nadal in der Auvergne geborene Künstlerin nun „Celebrate“ vor – ein neues, 12 Songs umfassendes, Album.

Wer mit Halo Mauds traumgleicher Musik schon zuvor in Berührung gekommen ist, wird auf „Celebrate“ schnell ein Gefühl der Vertrautheit verspüren. Eine sich wendeltreppenartig nach oben hinaufschraubende Stimme, sphärische Klangwolken, flirrende, klirrende Synthesizer.

Wie schon auf ihrem Erstling, der den bezeichnenden Namen „Je Suis Une Île“ trägt, erweist sich Halo Maud erneut als Architektin surrealer Landschaften.

Meisterhaft gelingt ihr dies in der schon im Februar 2024 veröffentlichten Single „My Desire Is Pure“. Eine holprige Drumline, taumelnde Gitarrenklänge – und Mauds magische Gesangsstimme, die, von verzerrten Synthies verfolgt, in luftige Höhen hinaufgleitet. Hat man den Song einmal gehört, wird man den Refrain nicht mehr vergessen.

Doch bei aller Kontinuität im Werk der Künstlerin – „Celebrate“ ist nur zum Teil die Fortschreibung der 2018 mit ihrem Debütalbum begonnenen Traumreise. Dies wird gleich im Titelstück bemerkbar, wenn wir schon nach weniger als 30 Sekunden von unserer gemütlichen Wolke heruntergerissen werden. Ein nur scheinbar melodischer Alarm, begleitet von einem apokalyptisch grollenden Bass – Hintergrundmusik klingt anders.

Ob das Album auch eine Hommage an die vulkanischen Gipfel des Zentralmassivs der Auvergne ist, die Maud Nadal im Alter von 13 Jahren in Richtung Paris verlassen hat, lässt sich nur vermuten. Auffällig ist jedenfalls, dass die Landschaften in „Celebrate“ unwirtlicher und karger sind.

So zeigt sich ein Teil der neuen Songs („Terres Infinies“, „Last Day Song“) rougher und zumindest beim ersten Hören weniger umschmeichelnd. Während man sich der Hypnosekraft früherer Songs – etwa dem 2022 veröffentlichten „Pesnopoïka“ – noch problemlos hingeben konnte, ist dies bei „Celebrate“ manchmal komplizierter.

Ganz klar, die fließend vom Französischen ins Englische wechselnde Halo Maud fordert uns heraus. Dream-Pop ja, Easy-Listening keineswegs. So lauschen wir fröstelnd dem mehrstimmigen „Iceberg“, spüren das unterschwellige Blubbern und Brodeln, ehe wir bei dem entspannt vor sich hin oszillierenden „Slowly Surely“ wieder ein wenig zur Ruhe kommen.

Das ist nicht immer alles leicht bekömmlich, aber ganz bestimmt eine Reise wert.

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