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At The Drive-In – in·ter a·li·a

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Jahrelang spielen At The Drive-In nun schon kleckerweise Reunion-Shows. Mal ein Sommer nur Festivals, mal eine heiß ersehnte Europatour. Im Mittelpunkt dabei stets, wie vor wenig mehr als einem Jahr in der Berliner Columbiahalle, das Überalbum, der Meilenstein, der Grund für die Legendenbildung.

Das Post-Hardcore-Quintett aus El Paso, Texas, hatte mit „Relationship Of Command“ aus dem Jahr 2000 nicht weniger als Rockgeschichte geschrieben. An den Folgen ihres famosen, wütenden, rhythmisch zerstückelten und unnachahmlich einnehmenden Krachs zerbrach die Band schnell.

Dass Cedric Bixler-Zavala und Omar Rodriguez-Lopez ein dynamisches Duo wurden und mit The Mars Volta oder erst kürzlich Antemasque zigfach in anderen, zum Teil ähnlich vergötterten, alternativen Rock-Formationen sich die wütend-hektisch die Seele aus dem Leib schrien und gniedelten, konnte nach der Trennung At The Drive-Ins noch keiner ahnen.

Der Riss ging durch die Fraktionen. Cedric und Omar auf der einen, Jim Ward, der mit den hochmelodiösen Sparta im Anschluss ein wenig zu sehr auf die Emo-Tränendrüse drückte, auf der anderen Seite. Das alles ist lange genug her. Zwei Reunion-Phasen machen die Chronisten seit 2009 aus.

Am Ende der zweiten steht, ohne Gründungsmitglied Ward, das Comeback-Album „In.ter A.li.a“. Nach 17 Jahren haben At The Drive-In eigentlich nichts von ihren Signifikanzen verloren:

Hektische Krach-Dissonanzen, die dennoch einen eigenen, durchaus ansteckenden Rhythmus ergeben; ganz großes Leidens-Pathos; kryptische Lyrik zum herumdeuten; die Liebe zur Melodie bei gleichzeitigem Willen zum Krach. Und vor allem ist die vom Duo Bixlar/Rodriguez getragene Band erfahren und weise geworden.

Das alles macht „In.ter A.li.a“ zu einem hervorragend produzierten, erstklassig geschriebenen und virtuos eingespielten Rock-Brett. Es kennt keine handwerklichen Genre-Schwächen.

Und doch ist es kein Meilenstein, was gemein ist zu schreiben, denn niemand hat ein Abo auf Meilensteine. Allein, wenn das letzte Album – und einzig relevante von den alten drei – ein ganzes Genre, den Post-Hardcore, die intellektuelle Variante vom wütenden Krach, im Alleingang zu definieren vermochte, wird jeder weitere Schritt schwer.

Würden nicht 17 Jahre dazwischen liegen, wäre das ein solides Nachfolgewerk, das man einfach hinter sich gebracht haben musste, bevor es auf zu neuen Ufern gehen konnte. Mit 17 langen Jahren zwischen Album drei und vier indes, bleibt es ein Versuch, an etwas heranzureichen, dessen Zeit längst abgelaufen ist. 2003 wäre das ein großes Werk gewesen. 2017, so gemein das auch ist, ist es nur noch wacker.

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