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The Great Escape Festival 2017

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Hach Brighton! Du blaue Perle am Ärmelkanal – du kleines verschlafenes Örtchen im Süden Englands – du bist so wunderbar! Wer an Brighton denkt, sieht Meer, Möwen, kleine Pubs, Fish & Chips und gemütliche Tage am Strand. Dies ist zwar tendenziell nicht falsch, doch es gibt drei Tage im Jahr, an denen diese Gemütlichkeit schnell im Winde verweht: beim The Great Escape Festival!

Das The Great Escape ist eines der größten Musikfestivals Europas und schafft ähnlich dem South By Southwest in Austin oder dem Reeperbahn Festival eine Plattform für den musikalischen Nachwuchs. Auf knapp 41 Bühnen präsentierten sich 400 Künstler und Bands aus Europa, Nordamerika und Ozeanien – eine Chance, die für den ein oder anderen zum Sprungbrett werden könnte.

Doch nicht nur Newcomer waren vor Ort, auch etablierte Musiker wie Slaves, Rag’n’Bone Man oder Blood Red Shoes unterstützen die neuere Szene und waren vor Ort.

Das erste Highlight des The Great Escape war gleich zu Beginn am Donnerstag: The German Showcase Party! Ja, auch Deutschland war mit zahlreichen Bands auf dem TGE vertreten und diese heizten die Stickie Mike’s Frog Bar gegen 12 Uhr Mittags ordentlich ein. Bei “deutschen” Würstchen mit Sauerkraut und einem Raum, der gefühlt nicht höher als zwei Meter war, fühlte man sich schnell wohl und heimisch – doch von Entspannung konnte man nicht reden.

Giant Rooks, KytesFUCK ART, LET’S DANCE! und die Showcase-Headliner Gurr brachten die knapp 500 Zuschauer schnell ins Schwitzen und zu der tollen Erkenntnis: auch Deutschland kann international mithalten!

Auch unsere holländischen Nachbaren zogen bei ihrem Showcase alle Register. Mit Dakota, Kim Janssen, Pip Blom und Klangstof wurde der frühe Nachmittag schnell zum Abend gemacht.

Die “Horrorshow des Festivals” boten die Headliner Slaves am ersten Abend. Und wenn man von Horrorshow spricht, dann heißt das wortwörtlich, denn das britische Punk-Duo enterte den alten Brighton Pier und lud zu Geister- und Achterbahnen sowie selbstkreiertem Bier auf einer riesigen Bühne auf dem Gruselkabinett.

Knapp 2.000 Fans, die zum größten Teil als Geister verkleidet waren, drängten sich schon am Nachmittag vor die Bühnen, denn Support gab es von Cabbage und Superfood. Doch spätestens bei Slaves war der Regen, der den ganzen Tag über anhielt, vergessen. Die zwei Briten zeigten deutlich, dass sie nicht ohne Grund Headliner auf dem TGE sind, und brachten nicht nur die Fans bis an ihre Grenzen.

Bei Songs wie “The Hunter”, “Cheer Up London” oder “Where’s Your Car Debbie?” stieß die alte Holzkonstruktion des Piers an ihre Grenzen. Aus diesem Grund musste die Slaves-Pier-Party auch vorzeitig unter Feuerwerk abgebrochen werden, da die Sicherheit nicht mehr gegeben war. Dennoch: Slaves sind die aktuellen Vorreiter britischer Musik und Party. Zurecht!

Im Fokus stand an diesem Wochenende dennoch die nächste Künstler-Generation. Bands wie Mystic Braves, The Wooden Sky, The Parrots oder Mammút zogen viele Fans und Zuschauer aus dem Musikbusiness in ihre Hallen.

Andere bekamen sogar mentale Unterstützung von größeren Künstlern. So kam beispielsweise George Ezra einzig zum Konzert von Ten Tonnes nach Brighton, und Alex Trimble von Two Door Cinema Club tummelte sich erst bei Parcels und später bei Paris Youth Foundation sowie Superfood herum.

Auch Bands aus dem Süden Englands fanden großen Anklang. So veranstalteten die Blood Red Shoes einen Brighton-Showcase und luden ihre lokalen Lieblingskünstler ein. MarthaGunn, SONS und Tigercub zeigten ziemlich gute Konzerte und fanden den ein oder anderen neuen Fan.

Doch das Highlight waren die Lokalmatadoren Steve Ansell und Laura-Mary Carter selbst, die mit einem Greatest Hits-Konzert alle erfolgreichen Blood Red Shoes-Singles rausholten. Es sollte aber auch zwei Live-Premieren geben: “Eye To Eye” und “BANGSAR”, beide neue Songs aus dem kommenden Album und beide untypisch mit Backing-Band. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber live ziemlich gut!

INHEAVEN und Rat Boy sind beides keine unbekannten Bands mehr, doch auch sie mussten in der Wagner Hall mit ihrem Lampenfieber kämpfen. Dort wo sonst nur das Theater herrschte, drängten sich hunderte Menschen in die viel zu kleine Halle und feierten ausgelassen. Wirkte INHEAVEN am Anfang noch etwas schüchtern, taute es durch die Unterstützung ihres Londoner Fanlagers schnell auf und lieferte eine solide Show.

Beim selbsternannte Jamie T-Nachwuchs Rat Boy herrschte dabei großes Chaos – musikalisch oberste Klasse, doch musste der ein oder andere Song neu angesetzt werden, was der Stimmung aber nicht schadete.

Das The Great Escape Festival hat seinen Namen wirklich verdient. Sowohl für Künstler als auch für Zuschauer waren es tolle drei Tage, die man so schnell nicht vergessen wird. Danke Brighton!

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