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Einstürzende Neubauten – Live auf der Parkbühne, Leipzig

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Die Parkbühne in Leipzig ist nicht die Elbphilharmonie. Bereits der Weg durch die weitläufige Grünanlage vermittelt eher die Atmosphäre eines ungezwungenen Get Together in einer Kleingartensparte. Was auch der Strukturierung des Publikums entspricht, von dem ein nicht unerheblicher Anteil sich in die T-Shirts ihrer Helden von einst gepresst hat und bereits die eigene Scholle pflegen dürfte. Aber auch der Jungpunk und Schwarzkittel haben sich eingefunden.

Aber bei Einstürzende Neubauten ging es nie um den Dresscode, schließlich wird Blixa Bargeld trotz Dreiteiler wieder barfuß auf der Bühne stehen und Hacke im rustikalen Casual-Look sein Instrument bearbeiten.

Ein früher Beginn ist angekündigt, Warm-Up überflüssig (der letzte Support, an den man sich aktiv erinnert, waren Miranda Sex Garden in den Neunzigern), Punkt acht tritt das menschgewordene Musikkulturgut auf die Bühne.

Passend zum Ambiente macht „The Garden“ den Auftakt zur Werkschau, bestehend aus Stücken die, mit Ausnahme von „Haus Der Lüge“, aus der Schaffensphase ab Tabula Rasa bestehen werden.

Wie die Protagonisten, änderten sich die Klangstrukturen, aus Schrottplatz wurde Kunst und in Töne gefasster Ausdruck von Weiterentwicklung, die „Dead Friends (Around The Corner)“ können ein Lied davon singen. Selbstredend haben sich auch die Preise am Merchandise-Stand den Lebensumständen der Urheber angepasst.

Bereits zu Beginn werden die Zuschauer in der hinteren Reihen feststellen, dass sie sich genauso gut zu den vor dem Gelände picknickenden „Umsonst und Draußen“-Hörern hätten setzen können. Von hier klingt das Konzert nämlich wie eine akustische Untermalung für die vielen Dinge, die man sich am Ende einer Woche zu erzählen hat, und für die der Rahmen einer solchen Abendveranstaltung natürlich wie gemacht scheint.

Das patentierte Kreischen des Frontmanns, die Präsenz des Bassisten, der stoische Jochen Arbeit (der an seinem Instrument seinem Namen alle Ehre macht) und Rudi Mosers Schlagwerk versuchen, dem wahrlich nicht perfekten Sound das Optimale abzugewinnen.

Für Filigranes wie die knisternde Zigarettenglut von „Silence Is Sexy“ ist das hier nicht der Ort, aber wie erwähnt, es ist hier schließlich kein Festspielhaus, sondern es gilt: je lauter die Musik, desto besser für alle Beteiligten.

In den Klanginstallationen von N.U. Unruh finden sich mit Stahlfeder und Co. gute alte Bekannte (Nostalgiker denken an dieser Stelle trotzdem an F.M.Einheit, als dieser noch Wachs auf Blech träufelte und Sandeimer auskippte),vielleicht war der über das Gelände fliegende Hubschrauber ja ein geplanter Effekt des Mannes, der an diesem Abend seinen 60. Geburtstag feierte. Besser vorbereitet, hätte man ihm als Geschenk ein paar Blinker für seinen Angelhut mitbringen können.

Die Songauswahl greift auf alle Großtaten ab der mittleren Band-Schaffensphase zurück. Von „Nagorny Karabach“ über das epische „Die Befindlichkeit Des Landes“ und „Unvollständigkeit“ bis „Salamandrina“ ist alles vertreten.

Mit „Sonnenbarke“ („Im rötenden Osten öffnet Aurora Rosentore“- egal ob Homer oder Bargeld, es klingt immer wunderbar pathetisch) und „Total Eclipse Of The Sun“ gibt es Stücke der anlässlich der Sonnenfinsternis erschienenen der EP.

Mit „How Did I Die“ kommt ein Beitrag von „Lament“, dem Auftragswerk zum 1. Weltkrieg, bis das läuternde „Redukt“ das Konzert beendet.

Am Ende heißt es wieder einmal „Wenn ihr vor den Schöpfer tretet, könnt ihr sagen, ihr habt seine Lieblingsband gesehen“. Unklar bleibt, wovon die Angesprochenen vom gestrigen Konzert als erstes berichten.

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