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R.I.P. Gunter Gabriel

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Der Nächste bitte. Diesmal sprach der Schnitter zu Gunter Gabriel „Komm unter meine Decke“, allerdings unter tragischen Umständen. Denn nicht etwa den Lebensumständen musste der Stammgast in Freitagabend-Talkshows öffentlich-rechtlicher, dritter Programme Tribut zollen, den unfreiwilligen Abgang verdankt er einer Treppenstufe. Der Entertainer überlebte die multiplen Verletzungen der Halswirbelsäule nicht, die er sich beim Sturz vor seinem 75. Geburtstag zuzog.

Über die die Stationen DJ und Promoter bei einer Plattenfirma kam der gebürtige Westfale Günter Caspelherr nach der postschulischen Walz durch Europa zur Musik. Mit Songs, die nach Steaks, Bier und Zigaretten klangen, wurde er Sprachrohr des sagenumwobenen kleinen Mannes.

„Er ist ein Kerl (der 30-Tonnen-Diesel)“ oder „Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld“ waren nicht nur Ohrwürmer, sondern auch der Nährboden für den deutschen Country, den Bands wie Truck Stop kultivierten.

Für viele war der, dessen Künstlername Gabriel auf seiner ersten Frau fußt, auch ein Teil der musikalischen Sozialisation. Als in den Siebzigern national gefragte musikalische Institution, schrieb er Hits für Juliane Werding, Frank Zander, Tom Astor, bekam seine eigene Fernsehshow und fehlte selten auf Wim Thoelke oder Dieter Thomas Heck Samplern.

In diesem Sinn lief es für ihn leider nicht weiter. Gescheiterte Ehen, nach eigener Aussage als vierfacher Vater Totalversager und wirtschaftlich ruiniert, dümpelte er vor sich hin, bis er sich mit Hilfe der Musik seines Idols (und Freundes) Johnny Cash aufrappelte und mit der „Wohnzimmertour“, bei der ihn für 1.000 EUR jedermann buchen konnte, wieder Geld in die eigenen Kassen spülte.

Seine Biografie lockte aber auch Sensationsmedien und Propaganda-Fernsehsender zu seinem vor zwei Jahrzehnten im Hamburger Hafen vor Anker gegangenen Hausboot.

Traurige Bilder, wie zuletzt der peinliche Auftritt bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, reihen sich im Gedächtnis neben die Erinnerungen an seine Lieder.

Dabei war der Sänger stets bemüht, sein Leben zu ordnen, das Portfolio der späten Jahre war breit, vom Synchronsprecher über den Auftritt im „Großstadtrevier“ bis zu der ihm auf den Leib geschriebenen Hauptrolle im Theaterstück „Hello, I’m Johnny Cash“.

R.I.P. Gunter, vielleicht triffst Du im Musikerhimmel Johnny wieder. Dann singt ihr gemeinsam darüber, dass das Leben manchmal „Hurts“.

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