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Callejon – Fandigo – Alles und nichts

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Ein neues Callejon-Album hat immer auch etwas von einer Wundertüte. Stetig im Neuerfindungsmodus agierend, präsentieren sich die fünf Düsseldorfer Metal-Core-Buben mit jedem Machwerk im neuen Sound-Gewand.

Dieser Tage kommen Bastian „BastiBasti“ Sobtzick und Co. mit einem Album um die Ecke, das so manch eingefleischten Fan der ersten Stunde ganz schön schlucken lässt. Vom brachialen Gemetzel der Anfangstage ist nämlich nicht mehr allzu viel übrig. Stattdessen setzen Callejon im 15. Jahr ihrer Karriere alles auf die Opulenz-Karte. Dabei stehen große Gefühle ganz oben auf der Liste.

Beziehungsstress („Der Riss In Uns“), der Kampf mit inneren Dämonen („Hölle Stufe 4“) und Nach-mir-die-Sintflut-Gedanken („Mit Vollgas Vor Die Wand“) bestimmen den lyrischen Pfad zwischen Melancholiehausen und Hope-City. Wer sich angesprochen fühlt, der zittert mit. Wer nicht, der blendet das schluchzende Gejammer von Kim Frank-Klon „BastiBasti“ einfach aus. Es schält sich ja auch noch Musik aus den Boxen.

Aber auch die ist nichts für jedermann. Mit einer permanent auf und ab hüpfenden Melange aus flirrendem Eighties-Pop, Krawallmacher-Rock für Arena-Junkies und jauchzenden Klang-Stillleben schlagen Callejon nach allen Seiten aus. Dumm nur, dass sich in keiner Ecke etwas rührt.

Orientierungslos irrt das Quintett im selbstgebauten Klang-Labyrinth umher. Tausend Wege, hundert Kreuzungen: Aber kein Pfad führt ins Ziel. „Fandigo“ bietet alles und nichts. Und das zumeist zeitgleich.

Irgendwas dazwischen hätte bestimmt gepasst. Aber auf der Mittelspur haben sich Callejon noch nie wohlgefühlt. Eine Philosophie, die grundsätzlich löblich ist, mit der man sich manchmal aber auch ins eigene Knie schießen kann.

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