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Die Band war irgendwann nicht mehr präsent – Lali Puna im Interview

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Fünf Alben in knapp zwanzig Jahren: Während andere Bands von einem Release-Termin zum nächsten hetzen, lassen es die Indie-Popper von Lali Puna lieber ruhig angehen. Das neueste Studioschaffen des von Sängerin Valerie Trebeljahr und The Notwist-Sänger/Gitarrist Markus Acher im Jahr 1998 aus der Taufe gehobenen Sound-Projekts hört auf den Namen „Two Windows“ und präsentiert sich als Nachfolger des vor sieben Jahren veröffentlichten Albums „Our Inventions“. Wir trafen uns mit Lali Puna-Kopf Valerie Trebeljahr zum Interview und sprachen über das Tanzen auf mehreren Hochzeiten, Heimatgefühle und die Sonnenseiten im Indie-Universum.

MusikBlog: Valerie, zwischen den Veröffentlichungen der Alben „Faking The Books“ und „Our Inventions“ lagen sechs Jahre. Auf euer neues Album „Two Windows“ warten die Fans nun schon seit sieben Jahren. Habt ihr keine Angst davor, in Vergessenheit zu geraten?

Valerie Trebeljahr: Wir sind ja schon in Vergessenheit geraten, dann braucht man da auch keine Angst mehr vor zu haben. Ich hatte in der Zwischenzeit einfach aufgehört, Musik zu machen: Ich habe zwei Kinder, und wenn man welche hat, dann sollte man sich auch um sie kümmern. Außerdem arbeite ich ja als Journalistin.

Die Pause bei Lali Puna war aber auch deshalb so lang, weil Markus und ich uns privat wie musikalisch getrennt haben. Danach ist das dann schon ein Neustart, sag ich mal. Die Band war für mich irgendwann nicht mehr so richtig präsent. Dann aber gab es das Angebot, in Korea zu spielen, wo ich geboren bin – ich bin ja adoptiert. Das war ein Kulturaustausch, in dem Zuge habe ich wieder angefangen, Musik zu machen. Und da habe ich einfach gemerkt, dass mir Musikmachen sehr gefehlt hat.

MusikBlog: Wie lief die Tour?

Valerie Trebeljahr: Das war toll. Ich war da ja noch nie. Wir hatten vor Ort auch eine sehr nette, lokale Partnerband, Trampauline, die haben uns alles gezeigt. Mit denen haben wir eben zwei Stücke aufgenommen.

MusikBlog: Und nach Korea ging es sogleich ans Songwriting?

Valerie Trebeljahr: Ja, danach habe ich beschlossen, dass ich ein neues Album aufnehmen will. Das war schon aufreibend, alles unter einen Hut zu kriegen. Aber ich habe es gemacht, weil es mir wichtig war. Und weil auf meinem Grabstein mal stehen soll: ‚Sie hat dann diese Platte gemacht‘. Und nicht: ‚Sie hat sich aufopfernd um alle gekümmert und danach ist sie allen auf den Keks gegangen, weil ihr eigenes Leben so langweilig war‘. Es geht also schon um Feminismus, wenn man es mal klar benennen will.

MusikBlog: Zieht „Two Windows“ auch einen kleinen Debütalbum-Schweif hinter sich her?

Valerie Trebeljahr: Ja, für mich schon. Es ist die erste Platte, bei der ich die komplette künstlerische Entscheidung hatte. Das heißt nicht, dass ich die Platte alleine gemacht habe – ich hätte die ohne Taison (Christian „Taison“ Heiß) gar nicht machen können. Er hat schon einen Riesenanteil und wir haben viel besprochen – und auch gestritten. Aber die endgültige Entscheidung habe ich.

MusikBlog: Du kamst einst mit den Klängen von Madonna und den Pet Shop Boys in den Ohren aus Lissabon ins Indie-Rock-regierte Weilheim. Heute verbindet man deinen Namen mit detailliert verliebt arrangiertem Elektro-Pop. Geht’s irgendwann nochmal in eine andere Richtung? Oder würdest du dich mittlerweile als musikalisch komplett geerdet bezeichnen?

Valerie Trebeljahr: Als ich damals nach Weilheim kam, gab es das Internet so noch nicht, man muss sagen: Lissabon war hinter dem Mond. Ich kam also mit meinen Super-Mainstream-Platten nach Weilheim und da war gerade Post-Hardcore angesagt. Ich hab also flugs alle Platten im Keller versteckt und so getan, als ob ich die nie gehört hätte. War ja auch schön, so hab ich Sebadoh und Bedhead kennen gelernt.

Ich denke, dass du dich im Indie-Bereich immer entwickeln musst. Wir sind ja nicht Bruce Springsteen, der seine Crowd bedienen muss, weil die sonst gar nicht damit zurecht kommen würden. Auch für einen selbst ist das eher unspannend, wenn man immer dasselbe machen würde.

MusikBlog: Demnach könnte es…

Valerie Trebeljahr: …in Zukunft auch in mal in eine andere Richtung gehen. (lacht) Aber man muss natürlich auch gucken, was passt. Und meine Stimme klingt nun mal, wie meine Stimme eben klingt, das ist die Limitierung. Insofern denke ich, dass die Lali Puna Basis schon erhalten bleiben wird.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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