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Torres – Three Futures

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Torres hat an Vielschichtigkeit gewonnen. Auch wenn ihr Koordinatensystem, die Ecke des Sound-Universums, aus der sie tönt, noch immer die gleiche ist.

Das dritte Album von Mackenzie Scott reflektiert ihren wendungsreichen Werdegang besser als die ersten beiden Werke der talentierten Singer/Songwriterin, der das Korsett des klassischen Rocks schon immer zu eng war.

Die in Georgia als Adoptivkind einer streng religiösen Baptistenfamilie aufgewachsene Scott, hat in der gitarrenlastigen Musikstadt Nashville studiert, lebt oder überlebt inzwischen im gentrifizierten Brooklyn und ist langsam, aber sicher keine ganz Junge mehr. Zwar stehen mit Mitte Zwanzig hochdramatische lesbische Liebesleben-Themen bei Scott nach wie vor ganz hoch im Kurs, aber gibt es jetzt einen breit gefächerteren Ansatz, diese Emotionen zu vermitteln.

Die emotionale Sensibilität, die ausufernden Liebes-Wehklagen, sie sind nach wie vor maßgeblicher Teil ihrer Musik. Dennoch passiert auf „Three Futures“ endlich deutlich mehr. Nicht mehr nur wehleidig, nicht mehr nur in der Tendenz jammernd, endlich auch mal keck oder forsch oder gar dreist im Tonfall erklingt Torres in ihren Reflexionen über das, was ihr in ihrem fragilen Seelenleben widerfahren ist.

Vor allem, weil sie musikalisch zugelegt hat, wirkt dieser selbsttherapeutische Seelenstrip weniger kräftezehrend als die ersten beiden, in ihrem Schmerz zwar schönen, aber emotional doch auch elenden Alben „Sprinter“ und „Torres“.

Der Bass ist verschwunden. Analoge Synthies geben ihn. Die gesamte Gitarrenarbeit ist künstlich verfremdet – der große Pluspunkt von „Three Futures“. Riffs würgen ab, Tonleitern werden durch digitale Verfremder gejagt, so dass sie als Gitarren-Töne kaum mehr zu identifizieren sind. Gitarren finden Neuland auf Torres‘ dritten Album, paaren sich mit sparsamen Beats. Sie erweitert so die müden Strukturen von Singer/Songwriter-Rock.

Wenn die Omnipräsenz ihrer Selbsttherapie in ihrer Kunst nicht so ausgeknetet Raum einnimmt wie bisher, ist womöglich only the sky the limit. Jetzt, mit 25, darf sie noch. Aber beim vierten Mal sollte sie ein wenig mehr Abstand zu sich selbst gewonnen haben und universellere Themen und Gefühle gefunden haben.

Das Zeug dazu, eine große Indie-Musikerin zu werden, hat sie.

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