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John Maus (Credit Steve Mullenbach)

John Maus – Screen Memories

Schlaubi-Schlumpf hat’s schwer in Schlumpfhausen: Keiner mag ihn, weil er so schlau ist. Nicht gänzlich unähnlich verhielt sich das lange mit John Maus.

Philosophie-Dozent an der Universität in Hawaii, kann der gute Mann aus Minnesota nicht anders als intellektuell. Seinen schwer zugänglichen Musikexperimenten hörte man das derart an, dass die ersten beiden Alben „Songs“ und „Love Is Real“ von 2006 und 2007 auf wenig Gegenliebe stießen.

Das änderte sich deutlich mit seinem letzten Album „We Must Become The Pitiless Censors Of Ourselves“, auch schon ein Weilchen her mit 2011. Kultstatus und Kritikerdarling stand plötzlich in musikjournalistischen Artikeln neben dem Namen John Maus. Endlich kein Schlaubi-Schlumpf mehr.

Die vielen Jahre seit dem hat der gute John Maus nun genutzt, um zu promovieren. Ein Doktortitel in Politischer Philosophie steht jetzt im Curriculum Vitae. Und darüber hinaus ist jetzt sein viertes Studioalbum „Screen Memories“ hier.

Den Lo-Fi, den Synth-Pop hat Maus gepachtet wie der Hardcore-Fan den Dauerkartenplatz. In feinster 80s-Reminiszenz blubbern Synthies zu ätherisch geöltem Hall-Gesang. Ganz viel interpretatorisches Kalkül und mächtig Meta-Ebene stecken in jedem Takt, Riff und jeder Zeile. Da kann man schöne intellektuelle Schnitzeljagd betreiben und Referenz-Quiz.

Man kann’s aber auch lassen. Denn abgesehen von überbordendem Synth-Pop ist „Screen Memories“ vielleicht schön schlau gemacht, aber in seiner Wirkungsweise reichlich banal und kurzweilig.

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