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Karl Blau (Credit Bella Union)

Karl Blau – Out Her Space

Karl Blau ist einer dieser bis dato Unterschätzten und Unbekannten. Seit den späten Neunzigern zimmert der Singer/Songwriter aus Washington an Indierock, sattelt seine Gitarren und tourt um die Welt. Trotzdem haben auf Facebook bisher nur 4.000 Leute auf den Daumen geklickt. Da erfährt man auch, dass Blau ein echter selfmade man ist. Manager, Bookingassistenten? Schnick Schnack. Macht Blau selber.

Zuletzt coverte der Multiinstrumentalist alte Countryperlen und gab im Grunde sein Bestes, um den einen großen Hit noch weiter hinauszuzögern. Sein acht Stücke umfassendes „Out Her Space“ macht fast so weiter. Vor allem sein Faible für Lofi hat der Amerikaner nicht verloren.

„Valley of Sadness“ gibt sich in leicht schäbiger Aufnahmequalität und fällt gerne mal leicht aus dem Takt. Auch das leicht gedämpfte „I Got The Sounds Like You Got The Blues“ klingt nach Heimaufnahme und Kinderkeyboard. Vieles lässt unpolierte First Take-Aufnahmen vermuten. Korrektur? Nochmal sauber einspielen? Schnick Schnack.

Mit „Blue As My Name“ ist zwar noch so eine halbe Country-Nummer auf dem Album gelandet, doch das charmante „Slow Children“ erinnert mit seinen schwärmerischen Bläsern eher an den frühen Destroyer.  Auch in „Where You Goin‘ Papa“ zieht es Blau wieder Richtung Jazz.

Sogar Streicher haben es auf das Album geschafft. Zeitweilig ist der Sound so schwelgerisch gehalten, dass man meint, man befindet sich nicht mehr in der Garage, sondern in einem Appartement mit Panoramablick auf Washington.

Doch die suggerierte Romantik wird immer wieder gebrochen. Was will uns Blau zum Beispiel mit so einem schief eingesungenen „Valley Of Sadness“ sagen? Dass er den Gesangsunterricht geschwänzt hat oder nie welchen hatte?

Den wirklich perfekten Song hat Blau also immer noch nicht geschrieben. Vielleicht hat er auch einfach keinen Bock darauf. Aber mit „Out Her Space“ ist er so nah dran wie nie.

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