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Ezra Furman – Transangelic Exodus

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Rote Lippen stehen ihm, Perlenketten stehen ihm und in Kleidern macht er auch eine gute Figur: Endlich hat der wahre Paradiesvogel unter den coolen Indie-Kids, Ezra Furman, sein neues Album fertig. Auf „Transangelic Exodus“ sind 13 Songs versammelt, die gemeinsam auch als queere Rock-Musical-Oper funktionieren könnten.

Anders als es der Titel vermuten lässt, ist der Opener „Suck The Blood From My Wound“ tanzbar und klingt erstmal beschwingt. Der gebürtige US-Amerikaner Furman sagte in einem Interview, dass das gesamte Album nicht politisch sei, sich aber in dem ersten Song ein Shakespeare-Zitat befinde, das man politisch verstehen könnte. „A plague on both your houses“ aus „Romeo und Julia“ wird da als letzter Satz geschrien. Der Sänger führt aus, dass er ohne eigenes Verschulden, genauso wie Mercutio, zwischen die Fronten der Politik geraten sei.

Ezra Furman lässt den Ich-Erzähler vieler Songs noch einmal seine Jugend samt erster Liebe, ersten Gehversuchen in Kleidern und erstem Sex durchleben. In „Love You So Bad“ geht es um die erste, heimliche Liebe. Irgendwo zwischen Anschmachten im Klassenzimmer und verstohlenen Küssen im Keller des Schwarms. Der Track ist eine Indie-Pop-Ode an den ersten bittersüßen Liebesrausch, passend singt ein Chor „so so bad“. Streicher tragen zur Dramatik des Stückes bei.

Mit einigen Klavierakkorden und gehauchten „Ahs“ beginnt die 60s-Nummer „I Lost My Innocence“. Furmans Stimme changiert zwischen stolz und überdreht, wenn er „I lost my innocence to a boy named Vincent“ singt. Manchmal erinnert er beim Singen an Rufus Wainwright, der auch eine sehr variable Stimme besitzt.

Ohne besonders viel Fantasie lässt sich „Peel My Orange Every Morning“ auch als Trump-Kritik lesen. Trump, der oftmals auch einen orangefarbenen Hautton hat, könnte mit „like garbage with the tide“ gemeint sein. Aber vielleicht beschreibt Ezra in dem Song, der minimalistisch anfängt und bombastisch endet, auch einfach nur seine morgendliche Orangen-Pell-Routine. Wer weiss das schon so genau?

„Transangelic Exodus“ ist eine Platte, auf der viel passiert, es viel zu entdecken gibt und die eigentlich als Indie-Musical auf die große Bühne gehört. Sie ist eine Coming-of-Age-Vorlage, wie sie musikalisch kaum kongenialer vertont hätte werden können.

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