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Kraftwerk – Live im Albertinum, Dresden

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Kraftwerk haben unbestritten Generationen von Musikern beeinflusst. Ob als eindeutiger Schnipsel „Computerliebe“ bei den Stadion-Stanzen Coldplay, verschleiert möglicherweise bei Rapper Moses Pelham (mit Rechteinhaber Ralf Hütter im Dauer-Rechtsstreit um 2 Sekunden „Metall Auf Metall“ verbunden) bis zur „The Robots“ Cover-Version von Rotfront waren und sind ihre Visionen in der populären Musik immer präsent.

Live zu Hause in den Kunsthallen dieser Welt machen sie dato für mehrere Konzerte im Dresdener Albertinum Station. Wie üblich waren auch hier die Tickets binnen kürzester Zeit vergriffen, wobei ausverkauft in diesen Fall nicht bedeutete, die Lichthalle des Albertinums wäre bis zum letzten Zentimeter Bodenplatte vollgestopft, es gab genügen Beinfreiheit für alle Anwesenden, die vom Urfan bis zum Kind vertreten waren, um den Auftritt in diesen würdevollen Rahmen beizuwohnen.

Die aufwendige 3-D-Show, erst dieser Tage wurde deren Album-Zusammenfassung „3-D-Der Katalog“ mit dem Grammy ausgezeichnet, ist minutiös durchkonzipiert. Punkt acht beginnt die Stimme aus den Tiefen eines Blecheimers „Nummern“ zu zählen, denn das wird das einleitende Stück des Abends sein.

Der jubelnde Saal empfängt die Rheinländer, die 3-D-Brillen auf die Nase gesetzt, und los geht eine so nostalgisch wie zeitlos anmutende Reise durch Dekaden synthetisch erzeugter Klänge. Die dreidimensionale Animation schafft die nachhaltige Illusion einer Verschmelzung von Individuum und Automat, der „Mensch-Maschine“.

Die Effekte sind durchaus beeindruckend, die geometrischen Objekte drehen sich im Raum, ein Satellit schwebt über den Köpfen. Band und Publikum befinden sich im Kommandostand eines Raumschiffs, ein UFO landet vor dem Albertinum.

Das Repertoire der Düsseldorfer lädt nicht unbedingt zum kollektiven Mitklatschen ein, gibt es etwa bei „Autobahn“, derartige Versuche, scheitert deren Rhythmik jeweils an der präzisen Taktung der Vorgabe. Man lässt man sich also besser im „Neonlicht“ treiben und erschrickt angesichts inhaltlicher Aktualität der während „Radioaktivität“ aufgezählten GAUs.

Mit zunehmender Länge des Sets werden die Töne härter, das organische Element des Gesangs verliert an Einfluss, an der ein oder anderen Stelle merkt man dem Veranstaltungsort nun an, dass der Architekt dessen akustische Qualitäten natürlich nicht ganz oben auf der Agenda hatte.

Die Herren Hütter, Hilpert, Schmitz und Griefenhagen wissen auch heute ihr stoisches Treiben hinter den Pulten zu verschleiern, ob und was dort konkret zu tun ist, entzieht sich dem Beobachter.

Allein bei den weitläufigen „Tour De France“-Variationen wirkt der radsport-affine Hütter etwas agiler. Erstaunlich festzustellen: Ex-Mitglied Karl Bartos spielt bei seinen Konzerten ein Line-Up mit Kraftwerk Stücken, bei denen er als Co-Komponist beteiligt war und mit, zumindest was „Das Model“ betrifft, identischer Visualisierung – allein und nicht weniger beeindruckend!

Nach dem „Trans Europa Express“, dem man genau in dieser Stadt die Signale auf Grün für eine kontinentvereinende Fahrt setzen möchte, fällt der Vorhang erstmals, geht aber postwendend wieder auf, um „Die Roboter“ tanzen zu lassen.

In Bälde geht die Reise von Kraftwerk Richtung Osten, sogar im Kreml-Palast werden sie ihre konventionsbrechende Konzert-Inszenierung aufführen. Wenn einst damit Schluss sein sollte, wird ihre Musique weiterlaufen. Nonstop.

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