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Superorganism – Superorganism

RubrikAlben
Künstler*inSuperorganism
LabelDomino

In der Schule nannte man das früher mal Melting Pot. Londoner Big City Life ist nicht mehr das, was sich zerzauste, ständig verschlafende, junge Lebenskünstler aus allen Ecken der Welt mal eben so leisten können. Unter anderem deshalb findet sich der neue Londoner Musik-Hype Superorganism in ein und demselben Mietshaus – in einer Riesen-WG.

Und weil die acht Damen und Herrschaften anonym bleiben wollen, gibt es über sie nicht mehr zu erfahren als Vor- und doofe Spitznamen – und höchstens noch, dass sich Superorganisms Herkunft aus Japan, Neuseeland, Südkorea, Australien und dem Vereinigten Königreich zusammensetzt.

Entsprechend vielschichtig, bisweilen wirr und überbordend klingt dieser Indie-alles-geht-und-soll-auch-unbedingt-Pop. Das jetzt vorliegende, heiß erwartete gleichnamige Debütalbum geht auch als sehr poppiger Anti-Pop durch, als Gegenentwurf zu Pop-Spielarten, die mit großem professionellem und geschäftlichen Eifer betrieben werden, um sich im bestmöglichen Falle anschließen davon schicke Häuser in teuren Weltmetropolen leisten zu können.

Nö, lass mal, könnte diesbezüglich das Motto der jungen Londoner Großband lauten. Dahingeworfen, überdreht und digital einfach poltern Beats und lustige Melodie-Samples dahin, wissen Gesangsparts nicht recht, ob sie Gesangs- oder Sprechparts sein wollen.

Diese akustische Flüchtigkeit, kein Moment ist hier hochglanzpoliert, ist es, was Superorganism so sympathisch machen. Allerdings geht damit auch einher, dass hier nichts von Dauer ist. Man kennt das ja mit den Treueschwüren und Entwicklungen in WGs. Die einen bleiben, die anderen gehen. Zumal, wenn die Eltern in Südkorea kein Studiumsgeld mehr überweisen.

Dann geht immer noch Berlin – noch, wohlgemerkt. Und eine steile Prognose könnte lauten, dass der hier so eingeschworene Superorganismus Supergorganism irgendwann um ein paar Zellen und Bauteile ärmer werden könnte, die dann in der billigeren Metropole das Gleiche in grün machen.

Freilich ist die Tatsache, dass diese Band von gestandenen Pop-Persönlichkeiten gehyped und gefeatured wurde, in BBC-1-Radiosendungen, die vom weltweit größten Tech-Großkonzern gesponsert werden, nicht Superorganisms Schuld.

Aber hier ruft schon wieder das ewig falsche Popversprechen von junger, freiheitlicher Rebellion in Musikform, welches sich schneller auflösen wird, als Tagträume von besseren Leben geträumt werden können – oder einfacher gesagt: So mega-großartig ist das mit dieser lustig-nerdigen, vielköpfigen Band namens Superorganism auch wieder nicht.

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