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Suuns – Felt

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Uff. Das vierte Suuns-Album „Felt“ legt Zeugnis ab vom von Don DeLillo ausgerufenen „digitalen Imperativ“, der uns beherrscht. Wuselnd, blinkend und reizüberflutend überfrachten die vier Kanadier um Sänger und Gitarrist Ben Shemie ihre 11 Songs und 46 Minuten Spielzeit stets mit parallel aufgeführten musikalischen Ideen.

Das ist bei der 2007 ins Leben gerufenen Montrealer Band an der Schnittstelle zwischen handgemachter und digitaler Musik grundsätzlich nicht neu, erfährt aber auf „Felt“ seine elaborierteste Ausformung.

Dieser Indietronic ist so beat-überfrachtet, derart rhythmus-elektrifiziert und simultan in seinen musikalischen Komponenten, dass man nur eines zu Suuns im Jahre 2018 festhalten kann: Digital ist besser.

Wer den städtischen Daseinsalltag mit den Waffen der digitalen Konsumgüter führt, wird bei Suuns emotionale Heimat finden. Mit Musik im Ohr und in mehreren Parallel-Gesprächen im Smartphone am Chatten, während man einkaufen geht und jemandem beinahe zunickt, den man vom gegenseitigen Wegsehen kennt: Suuns geben den Soundtrack für diesen Simultanitätsstil.

Der ist tatsächlich manchmal auch stiller, reduzierter, treiben Bassläufe mäandernd entschleunigende Unwesen zwischen der rhythmischen Beat-Hektik. Und auch Shemies lakonischer Ungesang trägt dazu bei, oberflächlich Suuns eine gewisse Relaxtheit zu attestieren.

Aber das Wesen dieses Albums, der Wille hinter dieser Musik ist ein ganz und gar simultaner. Reize, ich kann euch alle „handlen“. Suuns beschwören einen neuen Typus des reizüberflutungsresistenten Großstädters. Einem, der alle möglichen Dinge gleichzeitig managt, erträgt und am Laufen hat.

Für diesen Typus ist „Felt“ sicherlich ein ziemlich großartiges Album. Für alle anderen: not so much.

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